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So funktioniert der Tierpark Goldau im «Minimalst-Betrieb»

Auch ohne Besucher läuft die Tierpflege im Tierpark Goldau zwar wie üblich, aber mit einschneidenden Massnahmen.

Erhard Gick
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Die Ereignisse im Tierpark Goldau überstürzen sich. Erst musste der Betrieb für alle Besucherinnen und Besucher geschlossen werden, und jetzt wird auch der Tierpflegebereich auf ein Minimum heruntergefahren.«Wir haben am Mittwoch die auszubildenden Tierpflegerinnen und Tierpfleger angewiesen, zu Hause zu bleiben. Bei den übrigen Tierpflegern versuchen wir, die Kontakte untereinan­der so gering wie möglich zu halten», sagt Tierpark-Tierarzt Martin Wehrle. Man sei zu diesem Schritt gezwungen. «Es ist nicht auszudenken, was passieren könnte, müssten wir unsere Tierpfleger in Quarantäne schicken», sagt er weiter. Zum gemeinsamen Znüni trifft man sich deshalb jetzt nicht mehr im Aufenthaltsraum, sondern im grossen Restaurant Grüne Gans.

«Wir lassen uns auch in dieser schwierigen Situation nicht unterkriegen, wir schauen nach vorne», sagt Tierpark-Direktorin Anna Baumann. Und den guten, positiven Geist spürt man bei denjenigen, die an der Arbeit sind. Tierpflegerin Priska Steiner ist bei den Steinböcken anzutreffen.

(Bilder: Erhard Gick, Goldau 17. März 2020)

Mit dem Besen fegt sie das Gehege sauber und sagt: 

«Na, ihr Lieben, wie geht es euch heute?»

Diese Frage stellt sie nicht etwa den fehlenden Gästen, sondern ihren Schützlingen aus dem Al­pen­raum. «Ja, man unterhält sich mit ihnen, und sie hören gut zu», meint sie mit einem Augenzwinkern. Dann geht sie weiter zu den Gämsen, zu den vielen frei laufenden Hirschen, den Füchsen und vielen anderen Tieren, um sie zu pflegen und zu füttern. Derweil ist Tierpfleger Reto Braun am grossen Tierpark-Teich unterwegs.

«Auch das Federvieh will sein Fressen haben», sagt der langjährige Mitarbeiter im Tierpark Goldau. In mehrere Fresskästen schüttet er das genau abgewogene Kraftfutter für Enten, Gänse oder Schwäne. Es gibt viele Futterstellen, die Reto Braun am frühen Morgen mit seinem Elektromobil ansteuern muss. Alles läuft Hand in Hand. «Wir alle sind mit viel Freude für unsere Tiere unterwegs, und wir schauen zu ihrem Wohl», meint er und «düst» mit seinem Golfwägeli davon. Tierpflegerin Miriam Spiess wiederum befindet sich in der Futterküche.

Vor ihr auf dem Tisch stehen viele Schalen, Schüsseln und vor allem eine genaue Waage. In einem «Rezeptbuch» liest sie nach, was sie für welches Tier rüsten muss. «Die Tiere werden nach Vorgabe unserer Tierärzte gefüttert», sagt sie, immer höchst konzentriert auf ihre Arbeit. Dieser genaue Speiseplan sei wichtig für das Tierwohl. Auf dem Speiseplan können da Fleischabfälle, Fische oder Gemüse stehen.

René Gisler hat endlich Zeit für nicht ganz übliche Arbeiten. Er steht im Fischteich bei den Steinböcken und studiert die Baupläne des Bassins.

«Wir haben eine Reinigung des Bassins vorgenommen, und ich kontrolliere die Baupläne.» Es ist ein ganz normaler Alltag in einer nicht ganz normalen Zeit, wo das Corona-Virus auch im Tierpark Goldau alles ein wenig durcheinanderbringt.

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