Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neugeborenes Mädchen ins Einsiedler Babyfenster gelegt

Im Spital Einsiedeln ist am Sonntag ein gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt worden. Das Mädchen ist am selben Tag zur Welt gekommen und bleibt vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Spital.
Simon Mathis
Das Babyfenster im Spital Einsiedeln. (Archivbild: Manuela Jans-Koch)

Das Babyfenster im Spital Einsiedeln. (Archivbild: Manuela Jans-Koch)

«Baby-Alarm» im Spital Einsiedeln: Am Sonntagmittag wurde ein Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Das entsprechende Signal ertönte um 11.24 Uhr. Das Mädchen hat am selben Tag das Licht der Welt erblickt – nach rund 36 Wochen im Mutterleib. «Es ist also eine leichte Frühgeburt», sagt Mirjam Panzer, Sprecherin des Spitals Einsiedeln. Das 44 Zentimeter grosse Baby bringt 2,8 Kilo auf die Waage.

Im Moment befindet sich das Mädchen auf der Geburtenstation. Eine Hebamme betreut es. «Das Mädchen ist gesund», sagt Panzer. «Es bleibt jetzt sieben bis zehn Tage bei uns, für weitere medizinische Abklärungen.» Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Ausserschwyz wurde umgehend informiert. Sie organisiert zurzeit eine Notfallplatzierung bei Pflegeeltern. Intern habe das Baby einen provisorischen Namen bekommen. Den offiziellen Namen würden die Behörden festlegen.

Mutter kann sich anonym melden

Ein Vormund übernimmt nun die Rechte und Pflichten, wie sie im üblichen Fall den Eltern eines Kindes obliegen. Insbesondere werde darauf geachtet, dass die Privatsphären des Babys und der Mutter gewahrt bleiben, heisst es in einer Mitteilung des Spitals.

Die Mutter des Kindes kann sich bei der Kesb Ausserschwyz oder der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) melden, um einen Kontakt zum Kind herzustellen. Es wird ihr absolute Diskretion zugesichert, um für sie und das Kind die beste Lösung zu finden. Gemäss Mitteilung haben sowohl Mutter als auch Vater das Recht, das Kind zurückzufordern – sofern das Kind noch nicht adoptiert wurde. Möglich sei eine Adoption nach einem Jahr Pflege.

Zum vierzehnten Mal genutzt

Es ist das vierzehnte Mal, dass ein Neugeborenes in das Einsiedler Babyfenster gelegt worden ist. Zuletzt geschah dies im Juli 2016. Das Babyfenster Einsiedeln gibt es seit 2001 (siehe Kasten). Danach zogen Bern, Davos, Olten, Zollikon, Bellinzona, Basel und Sitten nach.

Babyfenster sollen in extremen Notsituationen Unterstützung bieten. So will man Kindstötungen oder Kindesaussetzungen verhindern. Wenn sich eine Mutter in einer ausweglosen Lage befindet, hat sie mit dem Babyfenster die Möglichkeit, ihr Kind anonym in sichere Hände zu übergeben.

Das Babyfenster befindet sich aktuell strassenseitig direkt neben dem Einsiedler Spitalgebäude. So können die Eltern ihr Kind abgeben, ohne sich allzu sehr zu exponieren. «Die Mutter legt das Kind durch eine Klappe in das beheizte Fenster», erzählt Panzer. Danach sei die Klappe verriegelt, um das Baby zu schützen. Drei Minuten später gehe im Spital ein «Baby-Alarm» los, und die zuständige Hebamme hole das Neugeborene. Die zeitliche Verzögerung verschaffe der Mutter genug Zeit, sich unbemerkt zu entfernen.

*Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz, Eichenstrasse 2, 8808 Pfäffikon, Tel. 041 819 14 60. kesa@sz.ch

Ältestes Babyfenster der Schweiz – und Politikum

Das Babyfenster Einsiedeln ist das älteste der Schweiz. Die Einführung des Babyfensters 2001 war ursprünglich umstritten: Abtreibungsgegner schufen die Einrichtung; Kritiker glaubten, dahinter stecke politisches Kalkül. Denn damals stand eine Volksabstimmung über die so genannte «Fristenlösung» an. Die Initiative verlangte, ein Schwangerschaftsabbruch solle in den ersten zwölf Wochen straffrei sein. Das Stimmvolk nahm die Initiative schliesslich an, nachdem die beiden ersten 1971 und 1977 gescheitert waren. Zum ersten Mal beansprucht wurde die Hilfestellung 2002: Im September jenes Jahres lag ein Neugeborenes im Einsiedler Fenster. Geboren wurde der Bub damals offenbar auf einer Parkbank in Baden AG. (sma)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.