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Zum Standesdomherrn ernannt: Hohe Ehre für den Schwyzer Pfarrer

Der Schwyzer Pfarrer Peter Camenzind ist zum zweiten Standesdomherrn ernannt worden. Damit darf der Gersauer mitreden, wer der nächste Bischof in Chur wird.
Stephanie Zemp
Der Schwyzer Pfarrer Peter Camenzind (Bild: PD)

Der Schwyzer Pfarrer Peter Camenzind (Bild: PD)

Wenn nächstes Jahr der Nachfolger des Churer Bischofs Vitus Huonder gewählt wird, kann auch Peter Camenzind (Bild) mitbestimmen. Der Schwyzer Regierungsrat hat den Pfarrer des Hauptortes Schwyz im Oktober zum Standesdomherrn ernannt. Damit gehört Camenzind zu den 24 Priestern, die das Domkapitel, das Wahlgremium des Bischofs, bilden. Camenzind tritt die Nachfolge von Professor Franz Annen an. Weil dieser im August als Standesdomherr zurückgetreten war, in einem geraden Monat also, kam dem Regierungsrat die Aufgabe zu, einen neuen Vertreter aus Schwyz zu wählen. In einer knapp 200-jährigen Vereinbarung, der sogenannten «Päpstlichen Bulle betreffend die Vereinigung des Kantons Schwyz mit dem Bistum Chur», ist festgehalten, dass bei Rücktritten in geraden Monaten die Kantonsregierung für einen Ersatz sorgt. Wäre er in einem ungeraden Monat geschehen, wäre diese Aufgabe dem Bischof zugefallen.

«Diese Wahl bedeutet für mich eine grosse Ehre», sagt Pfarrer Camenzind auf Anfrage. Er habe damit die Aufgabe übernommen, den Kanton Schwyz in Chur zu vertreten. Er bekomme dabei keine Vorgaben des Kantons, sondern sei frei in seinen Entscheiden.

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Die Vereinbarung zwischen Schwyz und Chur hält fest, dass immer zwei Schwyzer Standesdomherren in Chur vertreten sein müssen. Voraussetzung ist, dass diese Personen Bürger des Kantons Schwyz sind und auch dort arbeiten. Peter Camenzind ist seit Anfang 2018 Pfarreiadministrator in Schwyz. Davor war der 57-Jährige, der in Alpnach aufgewachsen ist, als Pfarrer in Bürglen und in Wädenswil tätig.

«Als Gersauer Bürger und Schwyzer Ortspfarrer erfüllt Peter Camenzind die in der Vereinbarung genannten Voraussetzungen in idealer Weise», schreibt Landammann Kaspar Michel auf Anfrage. Neben dem langjährigen Standesdomherrn Guido Schnellmann, der Bürger von Wangen sei, decke Peter Camenzind als zweiter Standesdomherr nun die Bürgerschaftsvoraussetzung des inneren Kantonsteils ab. Seine Wahl ist auf Lebzeiten respektive bis zu seinem Rücktritt.

Neben dem Standortkanton Graubünden sei Schwyz der einzige Kanton, der seine Zugehörigkeit zum Bistum Chur vertraglich geregelt habe, erklärt Camenzind. Die Vereinbarung wurde im Jahre 1824 nach der Auflösung des Bistums Konstanz abgeschlossen und hat auch heute noch Gültigkeit. «Die anderen Kantone des Bistums, wie Glarus oder Zürich, werden vom Bistum Chur verwaltet und anerkennen den Bischof als apostolischen Administrator», erklärt der Schwyzer Geistliche. Diese Kantone seien ebenfalls im Domkapitel vertreten, jedoch ohne rechtlichen Anspruch darauf, sondern nach Ermessen des Bischofs, der auf eine angemessene Vertretung aller zugehörigen Kantone achte.

Das Domkapitel trifft sich zweimal pro Jahr in Chur. Seine Mitglieder tauschen sich jeweils über die aktuelle Situation im Bistum aus und diskutieren über die Wahl des nächsten Bischofs. Wenn diese näher rückt, erhalte das Domkapitel von Rom eine Lis­te mit drei Namen, erklärt Peter Camenzind. Im Vorfeld sammle der Nuntius, der offizielle Botschafter des Vatikans in Bern, Hinweise, wer als nächster Bischof geeignet wäre.

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