Wegen Corona: Tierpark erwartet 1,5 Millionen Franken Verlust

Der Natur- und Tierpark Goldau blickt auf ein aussergewöhnliches Geschäftsjahr 2019/2020 zurück. Trotz der Wiedereröffnung das Parks steht der Verein aufgrund der Coronapandemie vor einer finanziell schwierigen Situation.

Kilian Küttel
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Die Syrische Braunbärin Laila ist seit Herbst 2019 im Tierpark Goldau.

Die Syrische Braunbärin Laila ist seit Herbst 2019 im Tierpark Goldau.

Bild: PD

«Ob wir zufrieden sind? Wir sind es sicher damit, wie sich die Situation nach der Wiedereröffnung entwickelt. Und wir sind zufrieden, dass wir die ersten Schwierigkeiten gut gemeistert haben. Aber die grossen Herausforderungen warten erst noch auf uns.» Silvio Herzog nimmt auf Anfrage Stellung zum Jahresbericht des Natur- und Tierparks Goldau, der seit gestern öffentlich ist. Der Präsident der Verwaltungskommission fasst die Situation treffend in vier Sätzen zusammen. Im Bericht selber schreibt er von einem «Jahr voller Gegensätze».

Weshalb? Von April 2019 bis Anfang Jahr lief im Tierpark alles nach Plan. «Dank dem hervorragenden Wetter im März hatten wir gehofft, vielleicht sogar den Besucherrekord aus dem Vorjahr brechen zu können», so Herzog. Daraus wurde: nichts. Zum dritten Mal seit seiner Gründung 1925 musste der Park länger schliessen: 1966 sorgte die Maul- und Klauenseuche für eine dreimonatige Zwangspause, 1980 die Tollwut, 2020 das Coronavirus.

Der Neustart verlief sehr gut

84 Tage war der Park zu. Das geht auch am Publikumsmagneten in Goldau nicht spurlos vorbei. Die Verantwortlichen rechnen mit 1,5 Millionen Franken Verlust für das Geschäftsjahr von April 2020 bis März 2021. Die Zukunft des Parks sei jedoch nicht gefährdet, heisst es im Bericht. Dazu sagt Herzog, die Erwartungen könnten sich sogar in die andere Richtung entwickeln. Das Geschäft sei nach der Wiedereröffnung Anfang Juni «sehr, sehr gut angelaufen.» Um aussagekräftige Prophezeiungen abzugeben, müsste man Sommer und Herbst abwarten.

Zurück zu den Zahlen. Der Jahresbericht bezieht sich auf das Geschäftsjahr von April 2019 bis März 2020 – also auf eine Periode, in der die Coronakrise grösstenteils kein oder nur ein Randthema war. Deshalb resultiert in Goldau dieses Jahr auch ein Gewinn: Der Betriebsertrag belief sich auf knapp 11,8 Millionen Franken, der Betriebsaufwand auf 9,3 Millionen, was zu einem Betriebsergebnis von rund 2,5 Millionen Franken führt. Abzüglich 2,1 Millionen Franken an zweckgebundenen Spenden sowie 76'000 Franken Finanzaufwand, weist der Tierpark gemäss einer Medienmitteilung einen Jahresgewinn von 366'000 Franken aus.

Der Betriebsgewinn ist mit 11,8 Millionen Franken praktisch identisch mit jenem im Geschäftsjahr 2018/2019. Damals wurden mit 438'000 Eintritten fast 48000 Eintritte mehr verbucht als im Geschäftsjahr 2019/2020. Höhere Spendenzuwendungen haben sich positiv auf den Betriebsertrag ausgewirkt, wie dem aktuellen Bericht zu entnehmen ist.

Hinweis
Jahresbericht Tierpark Goldau
Jahresrechnung Tierpark Goldau