Umstrittener Schwyzer SVP-Sekretär wurde nicht wiedergewählt

Der bisherige politische Sekretär Bernhard Diethelm wurde abgewählt und ersetzt.

Stefan Grüter
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Bernhard Diethelm

Bernhard Diethelm

Die SVP ist mindestens sein halbes Leben. Er kämpft für die Partei, organisiert, schreibt Medienmitteilung, massregelt die Medien und verfasst Leserbriefe: der 37-jährige Vorderthaler SVP-Kantonsrat Bernhard Diethelm. Jetzt wurde er unsanft beiseitegeschoben.

An der Delegiertenversammlung vergangene Woche im Mythen-Forum in Schwyz hätte er eigentlich als politischer Sekretär bestätigt werden sollen. Doch bereits im Vorfeld tat man Diethelm seitens der Geschäftsleitung kund, dass sich da noch ein zweiter Kandidat um den Posten bewerbe, der Pfäffiker René Zwahlen. Ganz seinem Stil folgend, kandidierte Diethelm allem offensichtlichen Widerstand zum Trotz erneut.

Vier Wahlgänge und einmal Patt

Schliesslich brauchte es für die Wahl des politischen Sekretärs vier Wahlgänge – anwesend waren rund 120 Parteimitglieder. In den beiden ersten Wahlgängen lag Zwahlen zwar vorne, erreichte aber das absolute Mehr nicht. Im dritten Wahlgang erzielten Zwahlen und Diethelm je 54 Stimmen und damit Stimmengleichheit. Schliesslich obsiegte Zwahlen im vierten Wahlgang. Diethelm war damit aus dem Rennen, und nach vier Jahren als politischer Sekretär der SVP-Kantonalpartei abgesetzt.

Das Wort «Absetzung» passt aber weder dem neuen, an der gleichen Versammlung gewählten Kantonalpräsidenten Walter Duss, noch dem nicht wiedergewählten Bernhard Diethelm. Beide betonen, dass es eine Auswahl war, die der Parteibasis vorgelegt wurde, welche dann entschieden hat. Auch das Wort «Enttäuschung» nimmt Diethelm nicht in den Mund. «Ich hätte dieses Amt gerne weitere vier Jahre ausgeübt», sagt er.

Hauspartei geriet in die Schlagzeilen

Bernhard Diethelm gilt in der SVP als «Chrampfer». Mit seinen politischen Ansichten und seinen Äusserungen stiess er aber nicht selten auch seine Parteikolleginnen und Parteikollegen vor den Kopf. In Erinnerung bleibt seine Regierungsratskandidatur im letzten Dezember, die er allerdings im letzten Moment zurückgezogen hat, weil kurz zuvor seine Hauspartei, die SVP Wägital, wegen vermeintlicher Sympathiekundgebungen eines ihrer Mitglieder für einen gewissen «Adolf» in die Schlagzeilen geraten war.

«Seine Art zu politisieren, eckt an, dafür gibt man ihm die Stimme oder nicht», so Präsident Duss. Und Diethelm sagt:

«Wenn man klare Positionen vertritt, so tritt man anderen auf die Füsse.»

Er hege keinen Groll gegenüber seiner Partei, im Gegenteil: «Ich gehöre seit 20 Jahren der Partei an und werde weitere 20 Jahre SVPler sein», denn die Politik stimme, was er von den Personen dahinter nicht immer sagen könne. Zudem habe er in seiner politischen Tätigkeit schon mehr Niederlagen eingesteckt, als Siege errungen.

Hardliner zurückgebunden

Es scheint, dass die wählerstärkste Schwyzer Partei ihre Hardliner zurückbinden will. Denn bereits im Vorfeld der diesjährigen Regierungsratswahlen hat die Partei dem ebenfalls als Hardliner geltenden Regierungsrat René Bünter ihre Unterstützung entzogen, sodass sich Bünter nach nur vier Jahren aus der Regierung verabschiedet hat. An seine Stelle trat ein weiterer Freienbacher – der neue Sicherheitsdirektor Herbert Huwiler.