Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Unfall in Arth: Die Polizei steht vor einem Rätsel

Offenbar ungebremst fährt eine Autolenkerin in einen Velofahrer und zwei Schulkinder. Nach dem schlimmen Unfall auf der Gotthardstrasse in Arth gibt es immer noch viel mehr Fragen als Antworten.
Geri Holdener
Video starten

Schwerer Verkehrsunfall in Arth fordert vier Verletzte

Wie kann es sein, dass eine ortskundige Autofahrerin auf dem Weg von Arth nach Oberarth in einer leichten Kurve auf die Gegenfahrbahn gerät? «Der Unfallhergang ist auch für uns unerklärlich», sagt der Schwyzer Polizeisprecher Florian Grossmann. Die Lenkerin war nach der Kollision wach und ansprechbar. Die Kapo konnte auf dem Unfallplatz kurz mit ihr reden. Konkrete Resultate brachte diese erste Befragung nicht. Die eigentliche Einvernahme steht noch an. Die 54-Jährige verbrachte die erste Nacht zur Kontrolle im Spital. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Hinweise auf einen gravierenden medizinischen Hintergrund liegen nicht vor.

Drei Personen in Lebensgefahr

Es war ein Horrorcrash. Die Frau prallt mit ihrem Daihatsu auf der Gegenfahrbahn direkt in einen entgegenkommenden Velofahrer und erfasst auf dem Trottoir zwei Elfjährige auf ihren Kickboards (wir berichteten). Das vermutlich in voller Fahrt. Von einer Bremsspur ist nichts zu sehen. Die demolierte Front des Kleinwagens, die zersplitterte Windschutzscheibe und das eingedrückte Dach zeugen von einem heftigen Aufprall. Nach wie vor schweben alle drei erfassten Personen in Lebensgefahr.

Das schwer beschädigte Auto nach dem Unfall auf der Gotthardstrasse in Arth. (Bild: Geri Holdener, 3. Juni 2019)

Das schwer beschädigte Auto nach dem Unfall auf der Gotthardstrasse in Arth. (Bild: Geri Holdener, 3. Juni 2019)

Derweil bewegt das Schicksal der beiden verunglückten Fünftklässler die Leute weit über das Dorf hinaus. «Wir können nur warten und hoffen», sagt ein bedrückter Adrian Dummermuth, Rektor der Gemeindeschulen Arth-Goldau. «Ich bin via SMS von der Polizei sehr rasch über den Unfall informiert worden», lobt Dummermuth. Die Schulleitung besprach noch am Abend das weitere Vorgehen. Das Rektorat schaltete die auf Krisenintervention spezialisierte Schulsozialarbeiterin ein. Gleichzeitig trat man mit der Abteilung Schulpsychologie des Kantons Schwyz in Kontakt, für den Fall, dass personelle Verstärkung nötig würde. Nach Datenschutzabklärungen gab die Polizei innert Stunden der Schulleitung die Namen der beiden verunglückten Schüler bekannt. Der elfjährige Bub und das gleichaltrige Mädchen besuchen dieselbe 5. Klasse in Goldau.

Trauer und Ungewissheit

«Die Betreuung der Klassengspänli hat momentan Priorität», so Dummermuth. Die Schulsozialarbeiterin begleitet die Klasse. Rektor Dummermuth: «An einen regulären Unterricht war nicht zu denken.» Die Schüler hätten viele Sorgen, offene Fragen, es werde viel geredet. «Es herrscht Trauer und Ungewissheit.» Umso wichtiger, sich jetzt nicht Spekulationen hinzugeben Die Mitschüler wurden gebeten, auf Social Media zurückhaltend zu sein. Zurückblickend erkennt Adrian Dummermuth den Wert einer gut vorbereiteten Krisenintervention. Es sei wichtig gewesen, eine Wegleitung griffbereit zu haben. Auch das Arther Schulhaus Zwygarten hat die Schüler vor dem gestrigen Sporttag kurz informiert. Dort war eine Lehrerin durch das Unglück familiär betroffen.

Die Alarmierung und die Rettungskette haben am Montagabend gut funktioniert. Eine erste Unfallmeldung ging um 18.05 Uhr auf der Zentrale ein. Schon da wusste man, dass mehrere Verletzte zu betreuen waren. Der Rettungsdienst Schwyz schickte zwei Ambulanzen nach Arth, die Rega und die Alpine Air Ambulance je einen Helikopter. Nach 18.15 Uhr trafen die ersten zwei Rettungswagen ein. Gleichzeitig gab die Polizei eine Verkehrsmeldung heraus. Um 18.25 Uhr landeten die zwei Helis, rund fünf Minuten später eine dritte Maschine. Die Wiese nördlich des Unfallplatzes wurde zu einem Landeplatz umfunktioniert. Die Feuerwehr Gemeinde Arth sperrte aus Sicherheitsgründen den Tramweg für Fussgänger. Zur Unterstützung rückte auch ein Team des Rettungsdienstes Zug aus. Der Küssnachter Rettungsdienst war zur Unfallzeit mit einem anderen Notfall beschäftigt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.