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In neuer Hütte im Tierpark Goldau lässt sich ungestört die Natur beobachten

Umweltbildung hautnah erleben: Der Natur- und Tierpark Goldau setzt dabei seit längerem auf den Einbezug von Jugendlichen. Das neueste Projekt – eine Beobachtungshütte im Naturschutzgebiet – bildet da keine Ausnahme.
Stephanie Zemp
Jedes der 16 Fenster des sogenannten Hides weist auf eine Besonderheit des Naturschutzgebiets Hangried bei Goldau. (Bild: PD)

Jedes der 16 Fenster des sogenannten Hides weist auf eine Besonderheit des Naturschutzgebiets Hangried bei Goldau. (Bild: PD)

Für die Bevölkerung war der Bergsturz von Goldau am 2. September 1806 eine grosse Katastrophe. Für einige Pflanzenarten war er hingegen ein Segen. Die Felsbrocken rissen den Boden auf und die Bäume mit sich. «Pflanzen, die sich im Wald nicht durchsetzen konnten, fanden Licht zum Wachsen», erklärt Daniel Buresch vom Natur- und Tierpark Goldau. Deshalb blühen nun rund ein Dutzend wilde Orchideenarten auf den Wiesen unterhalb des Rossbergs. Auch seltene Amphibienarten wie Gelbbauchunken leben in den Weihern, die sich zwischendurch mit Wasser füllen und dann wieder austrocknen.

Dass diese Artenvielfalt auch über 200 Jahre nach dem Bergsturz noch zu beobachten ist, ist unter anderem dem Natur- und Tierpark Goldau zu verdanken. Ausserhalb der Gehege der Tiere bewirtschaftet er kommunale Naturschutzgebiete – und macht diese für Schulklassen und die Öffentlichkeit zugänglich.

Hochsitz auf Zwei-Meter-Stein

Das neueste Element darin ist eine Beobachtungshütte im Hangried, etwa zehn Marschminuten von der Bären- und der Wolfsanlage entfernt. Dieser sogenannte Hide (Englisch für Versteck oder Hochsitz) steht über einem zwei Meter hohen Stein, eingebettet in Bäume, und bietet interessante Ausblicke auf die umliegenden Wiesen mit lichtem Föhrenwald. «Bei jedem der rund 16 Fenster sieht man ein Charakteristikum der Bergsturzregion», erklärt Daniel Buresch. Neben den Weihern und Pflanzen sind dies zum Beispiel Heuhaufen mit einem Holzstab in der Mitte, sogenannte Tristen, erläutert der Leiter Umweltbildung. Diese sind heute nur noch selten zu sehen. Früher waren sie eine gängige Art, um gemähtes Gras zu lagern.

Der Hide wurde von Schülern des Berufsbildungszentrums Goldau geplant und gebaut: Im Rahmen eines Wettbewerbs erstellten angehende Zeichner der Fachrichtung Architektur Bauentwürfe. Der beste Vorschlag wurde von einer tierparkinternen Jury ausgewählt. Zukünftige Zimmerinnen und Zimmerleute erarbeiteten daraus Baupläne. Anfang September wurde die rund 20 Quadratmeter grosse Hütte von den Schülern zusammen mit Fachpersonen errichtet.

Ab Frühling 2019, wenn die Natur nach dem Winter wieder zum Leben erwacht und alles zu blühen und zu kreuchen beginnt, bietet der Natur- und Tierpark öffentliche und private Führungen zur Holzhütte an. Auf dem Weg dahin werden an verschiedenen Stationen auf spielerische Art und Weise die Geschichte des Bergsturzgebiets, die Biodiversität und das menschliche Verhalten in der Natur erläutert. «Wir fokussieren dabei auf das Positive und zeigen, was der Einzelne beitragen kann», erklärt Buresch den Ansatz zur Umweltbildung. «Wir verstehen darunter die aktive Partizipation von Jugendlichen», führt Buresch aus. Zudem kommen jedes Jahr Schulklassen aus der Region Bern ins Hangriedgebiet und helfen, Sträucher auszureissen, Tristen zu bauen und die Weiher zu putzen. Ohne diese sanften Eingriffe würde das Gebiet schnell wieder verwalden, wie Buresch erklärt, was den Orchideen und anderen Tier- und Pflanzenarten das Licht zum Gedeihen nehmen würde.

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