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Urchiges Rennen: Furchtlos donnern sie mit dem Hornschlitten den Hang hinab

In Sattel haben sich die besten Hornschlittenfahrer gemessen. Über 70 Pilotinnen und Piloten nahmen am traditionellen Horämänelrennen teil. Die Bedingungen waren in diesem Jahr schwierig. Nicht alle Schlitten hielten den Anforderungen stand.
Andreas Bättig
29. Nationales Horämänelrennen: Hier die Männer-Gruppe mit der Startnummer 27 Roli Deck und Manuel Deck, die den Berg hinunterrasen. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Pius Felder mit Marco Schmidiger im Neuschnee. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Blieben stecken: Richi Schuler und Stefan Steiner. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Gaben Vollgas: Adrian Marti mit Stefan Rubin .
(Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Wagten das Rennen als gemischtes Team: Daniel Achermann mit Isabelle Wortmann.
(Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Der Neuschnee wirbelte bei der Abfahrt wild durch die Luft. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Erwin Appert mit Roland Appert bei der Abfahrt. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Vermummt: Felix Zurbuchen und Christian Steiner (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Ramona Blunier und Angela Waser kamen ins Schleudern. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Beim Bremsen wurde besonders viel Schnee aufgewirbelt. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Manche Teilnehmer riss es bei dem Tempo fast vom Schlitten. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Simone Reichmuth und Elian Horat aus Schwyz waren eines von sieben Frauenteams. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Mit dabei waren auch Moni Bachmann und Heidi Anbauen. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
Das Rennen in der Frauen-Kategorie machten schliesslich Stefanie Küttel (links) und Fränzi Tschümperlin. (Bild: Eveline Beerkircher (Sattel, 12. Januar 2019))
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Horämänelrennen: Schwyzer messen sich im Neuschnee

Würde Kafi-Schnaps beim Horämänelrennen als Doping gelten, wären wohl viele A- und B-Proben der Fahrerinnen und Fahrer positiv. Zum Glück interessiert sich die Welt-Anti-Doping-Agentur noch nicht für diesen Traditionssport, der auf dem Sattel-Hochstuckli bereits zum 29. Mal durchgeführt wurde. Noch bevor es auf den Berg hinauf ging, stärkten sich die Athletinnen und Athleten an der Aprés-Ski-Bar. «Gemütlichkeit darf nie fehlen. Und ein Kafi oder ein Bierli auch nicht», sagt Fahrer Beni Föhn (31) aus Rickenbach im Kanton Schwyz. Föhn fährt seit 12 Jahren Horämänelrennen. Horä steht dabei für Horn, der Mänel ist der Schlitten. Damit wird noch heute in Berggebieten vereinzelt Heu oder Holz transportiert.

Auf den Anlass trainiert Föhn genau einmal pro Jahr – am ersten Januar. «Da treffen wir uns und fahren mal den Hang hinunter», sagt er. Das reiche ja auch, schliesslich würden er und sein Co-Fahrer in erster Linie aus Spass am Rennen teilnehmen.

Die Schlitten sind heute stabiler gebaut

Ingesamt 77 Teams gingen auf dem Chlapfboden auf 1460 Höhenmetern an den Start. Mit dabei waren auch sieben Damen-Duos. Immer zu zweit setzen sich die Fahrerinnen und Fahrer auf einen Schlitten und fahren wie bei einer Skiabfahrt durch 25 ausgesteckte Tore. Mit der Startnummer vier rasten Fränzi Tschümperlin (42) und Stefanie Küttel aus Schwyz die Piste hinunter. Tschümperlin ist eine erfahrene Pilotin. Seit über 20 Jahren fährt sie Horämänelrennen. «Zu Beginn habe ich an den Anlässen nur serviert. Irgendwann fand ich, dass ich auch selber mitmachen könnte», sagt Tschümperlin.

Mittlerweile weiss sie: Eine gute Kommunikation zwischen den Fahrerinnen ist wichtig. «An einem Ort hat sie bei uns versagt, wir beide haben gelenkt und so den Schlitten übersteuert, bis er quer in der Piste stand», sagt Tschümperlin. «Es sieht so einfach aus. Aber es braucht sehr wenig, bis der Schlitten quer steht», ergänzt Küttel. Trotzdem hat es am Schluss für den ersten Rang in der Kategorie Damen gereicht. Natürlich sei auch ein guter Schlitten beziehungsweise die richtige Behandlung der Kufen matchentscheidend für ein gutes Rennen. «Wir lassen die Kufen von unseren Servicemännern wachsen», sagt Küttel und lacht. «Manche haben ein Zauberdösli mit Spezialwachs dabei, den sie kurz vor dem Rennen noch auftragen», sagt Tschümperlin.

Trotz solch raffinierter Spezialbehandlungen waren die Bedingungen auf dem Sattel-Hochstuckli schwierig – selbst für letztjährige Sieger. Als «rüüdig läbig» bezeichnete Marco Schmidiger (28) aus Fontannen in Luzern die Schneeverhältnisse. «Der Schlitten reagiert heute extrem schnell. Jede Bewegung merkst du sofort.» Wegen des Neuschnees sei die Piste überhaupt nicht griffig. «Man schwimmt fast wie im Wasser.» Schmidiger fährt seit 13 Jahren Hornschlittenrennen. «Routine ist bei diesem Rennen heute sehr wichtig. Sonst wird es schwierig, auf die vorderen Ränge zu kommen.» Dieses Jahr hat es für ihn nicht gereicht. Er und sein Co-Pilot fuhren auf Risiko, verpassten ein Tor und wurden disqualifiziert.

Einige haben Mühe mit den Bedingungen. Mal verpassen sie ein Tor, mal stellt sich der Schlitten quer – trotzdem erreichen sie ein beachtliches Tempo. Deshalb tragen die meisten einen Helm. «Es gab zum Glück keine Unfälle», sagt Roland Deck, Präsident des Horämänelclubs Schwyz. Ihre Piste verlange den Fahrern viel ab. Daher habe man die Schlitten anpassen müssen. «Sie sind in den letzten Jahren robuster geworden, da sie ein immer höheres Tempo aushalten müssen.» Trotzdem gehe immer mal wieder einer kaputt. Auch in diesem Jahr sei ein Schlittenopfer zu beklagen. Immerhin könne man ihn noch als Feuerholz gebrauchen.

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