Seewen: Vater rettet zwei Kinder aus sinkendem Auto im Lauerzersee

Heldenhaft ist ein Vater am Montagabend seinem versinkenden Minivan hinterhergetaucht und hat zwei Kinder aus dem Lauerzersee gerettet. Die Polizei lobt seine Courage.

Geri Holdener
Drucken
Teilen
Der VW-Minivan wird aus dem Wasser gehievt. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
8 Bilder
Die Ölsperre wird verlegt. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
Das Seefax-Boot hilft aus. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
Polizeitaucher im Wasser. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
Die Einsatzkräfte kümmern sich um die Beteiligten. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
Das Fahrzeug wurde meterweit in den See hinausgetrieben. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))
Aus fünf Metern Tiefe geborgen: Auto mit zwei Kindern an Bord in Lauerzersee gerollt. (Bild: Kantonspolizei Schwyz (Seewen, 3. August 2018))
Auch das ein Riesenglück: Der Miniwan blieb auf den Rädern und hat sich nicht überschlagen. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))

Der VW-Minivan wird aus dem Wasser gehievt. (Bild: Geri Holdener/Bote der Urschweiz (Seewen, 3. August 2018))

Der Vater blickt fassungslos ins Wasser. «Ich wollte doch nur hier schnell eine Pause machen», sagt er am Ufer des Lauerzersees dem «Boten» sichtlich mitgenommen. Derweil fischen die Rettungskräfte den VW des Irakers aus dem Wasser.

Die schreckliche Unfallmeldung ging bei der Polizei am Montagabend vor 19 Uhr ein. Auf der Lauerzerstrasse zwischen Seewen und Lauerz, auf einem kleinen Ausstellplatz beim Steinbruch, war ein Minivan ins Wasser gestürzt.

Ein einheimischer Fischer stand gleich nebenan, als es passierte. Er erzählt: «Der Vater am Steuer war ausgestiegen, sein älterer Sohn ebenfalls.» Das Auto war unmittelbar am Ufer parkiert. Die zwei schauten interessiert dem Fischer zu, etwa zehn Meter vom Wagen entfernt.

Dann plötzlich kreischen die zwei Kinder auf dem Hintersitz. Der Wagen rollt langsam ins Wasser. Vermutlich war die Handbremse nicht ganz angezogen. Der Vater, der wegen einer Beinverletzung an Krücken ging, springt sofort in den See, sein älterer Sohn im Teenager-Alter ebenfalls.

Der Vater reisst die hintere Türe auf der Fahrerseite auf und taucht ab. «Er holt beide Kinder unter Wasser aus dem Auto und reicht sie mir an Land», erzählt der Fischer aufgewühlt, «sie haben vor Kälte gezittert.»

«Der Vater hat sehr couragiert reagiert»

Den kleinen Bub und das Mädchen, 11 und 13 Jahre alt, brachte der Rettungsdienst Schwyz zur Kontrolle ins Spital. «Es geht ihnen gut», berichtet der Vater überglücklich, als er am späteren Abend die Fahrzeugbergung durch Feuerwehr und Abschleppdienst mitverfolgte.

Beim Drama hat sich niemand ernsthaft verletzt. Das grenzt an ein Wunder. Der Fischer schätzt, das Mädchen sei etwa 20 Sekunden unter Wasser gewesen. Der Wagen wurde rund 10 Meter weit in den See getrieben. Der See ist dort fünf Meter tief.

Der Schwyzer Polizeisprecher David Mynall lobt die Courage des Vaters. Gleichzeitig ergänzt er generell, dass bei Rettungsaktionen immer auch auf die Eigensicherheit geachtet werden müsse.

Feuerwehr zieht Ölsperre auf

Zur Bergung des Unfallwagens war ein Grossaufgebot vor Ort. Polizeitaucher montierten unter Wasser Rettungsgurte an den Wagen. Ein Ölfilm strömte auf dem See langsam Richtung Seewen. Die Feuerwehr Stützpunkt Schwyz zog eine Ölsperre auf.

Unterstützt wurden die Schwyzer von den Feuerwehr-Kollegen aus Lauerz, die unter anderem mit ihrem Feuerwehr-Boot ausgerückt waren. Auch das Seefax-Boot der Insel Schwanau half aus. Der Strassenunterhaltsdienst war ebenfalls vor Ort. Während mehreren Stunden lief auf der Lauerzerstrasse zwischen Seewen und Lauerz ein einspuriger Betrieb. Die Feuerwehr regelte den Verkehr.