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Schwyz: Kampf gegen das Lädelisterben auf dem Hauptplatz

Die Gemeinde Schwyz will aktiv gegen das Lädelisterben vorgehen. Das neue Ortsentwicklungskonzept will insbesondere den Hauptplatz attraktiver gestalten. Doch auch die Ladenbesitzer sind gefordert.
Stephanie Zemp
Der Dorfplatz in Schwyz soll attraktiver werden. (Bild: Erhard Gick)

Der Dorfplatz in Schwyz soll attraktiver werden. (Bild: Erhard Gick)

In den letzten Jahren mussten diverse Geschäfte im Ortskern ihre Türen schliessen. Die Gemeinde will nun aktiv etwas dafür tun, um den Detailhandel und das Kleingewerbe zu stärken. In einem Ortskernentwicklungskonzept hat sie verschiedene Massnahmen festgehalten, um das Zentrum attraktiver zu gestalten. Ein Fokus liegt darauf, den Hauptplatz als Herzstück des Dorfes zu beleben. Die Krux dabei: Der von historischen Bauten gesäumte Platz ist nicht nur Begegnungsort mit Cafés und Fachgeschäften, sondern weist auch ein hohes Verkehrsaufkommen auf.

Mehrere wichtige Durchgangsstrassen führen durch den gepflasterten Platz, um den Brunnen und vor dem Rathaus parkieren Dutzende Autos. Mit einer Tempo-30-Zone und der Verlagerung von Parkplätzen beabsichtigt die Gemeinde, den Hauptplatz für den Langsamverkehr aufzuwerten, erklärt Oliver Sutter, Leiter der Abteilung Hochbau. Dies soll dazu beitragen, mehr Menschen ins Zentrum und damit in die Läden zu locken. «Wir sind der Auffassung, dass es dafür belebte Erdgeschosse braucht», so Sutter.

Erhaltung der Parkplätze gefordert

Die Ladenbetreibenden schätzen das geplante Engagement der Gemeinde, wie eine Umfrage bei Betroffenen zeigt. Mit dem Konzept haben sich noch nicht alle vertieft auseinandergesetzt. Einig sind sich jedoch die meisten, dass die Parkplätze in unmittelbarer Ladennähe erhalten bleiben müssen. Willy Gwerder, der seit bald 30 Jahren einen Schuhladen mit orthopädischem Angebot am oberen Hauptplatz führt, sagt: «Meine zumeist ältere Stammkundschaft ist zum Teil nicht sehr mobil.» Die Parkplätze direkt vor seinem Geschäft seien für ihn deshalb wichtig. «Ein Ersatz, zum Beispiel im Parkhaus, nützt mir wenig», erklärt Gwerder. Ähnlich sieht es Nathalie Gruber, die ein Sportartikelgeschäft am Hauptplatz führt: «Gerade im Winter schätzen unsere Kunden die nahen Parkplätze, um die Ausrüstung bequem nach Hause zu transportieren». Ga­briela Gwerder, Inhaberin eines Kleidungsgeschäfts am Hauptplatz, würde die Aufhebung der Parkplätze vor ihrem Geschäft zugunsten der Belebung des Hauptplatzes zwar begrüssen. Dennoch kennt auch sie die Wichtigkeit dieses Angebots. Gwerder sagt:

«Ich höre mehrmals am Tag von
Kundinnen, dass sie vorbeigekommen
sind, weil gerade ein Parkplatz frei war.»

Die Verfügbarkeit von Parkplätzen ist jedoch nicht das einzige Argument, um die Geschäfte im Dorfzentrum am Leben zu halten. Vielmehr sei auch die Initiative der Ladenbetreibenden gefragt. «Mit gemeinsamen Events kann man den Kunden ein Erlebnis bieten», ist Kleiderfachfrau Gwerder überzeugt. Die einmal jährlich stattfindende «Einkaufsnacht im Lichtermeer», an der die Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet haben, sei ein guter Ansatz, so Gwerder. Sie würde diesen Anlass gerne öfters durchführen. Dies ist auch im aktuellen Entwicklungskonzept vorgesehen. Laut Gwerder könnte die Kooperation zwischen den Ladenbetreibenden grundsätzlich verstärkt werden. «Bei den Beizen funktioniert die Zusammenarbeit, sie kennen sich alle und tauschen sich regelmässig aus», weiss die engagierte Geschäftsinhaberin. Bei den Ladenbesitzenden gestalte sich dies schwieriger: Zwar sind sie im Verein ProSchwyz zusammengeschlossen. An den Zusammenkünften nähmen jedoch nur wenige teil. Die 40-Jährige würde es begrüssen, wenn mehr Mitglieder an die GV kämen und gemeinsam neue, innovative Ideen kreieren würden.

Auch der Präsident von ProSchwyz, Georg Reichmuth, ist der Meinung, dass die «Lädeler» Eigeninitiative zeigen und flexibel sein sollten. Er selbst leide in seiner Metzgerei im Dorfzentrum kaum unter schwindender Kundschaft. Er führt dies unter anderem darauf zurück, dass er die Kunden persönlich berate und – genau wie die Einkaufszentren – sechs Tage die Woche geöffnet habe. Er zeigt jedoch auch Verständnis dafür, dass dies nicht für alle Geschäfte möglich ist.

Mitwirkung läuft noch bis Ende Mai

Mit Quartiergesprächen und Veranstaltungen von Gewerbebetreibenden und Liegenschaftsbesitzern wurden die verschiedenen Anliegen von der Gemeinde aufgenommen. Das Resultat in Form des Konzepts ist noch bis Ende Mai zur öffentlichen Mitwirkung ausgeschrieben. «Wir haben die Frist absichtlich lange gesetzt», so Oliver Sutter von der Gemeinde Schwyz. «Es ist uns wichtig, dass sich alle eingeben können».

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