Winterdienst
Es hat noch Salz für alle Fälle

Im Januar fiel so viel Schnee wie selten. Man benötigte auch auf den Strassen im Kanton Schwyz massenhaft Streusalz, auch wenn es grosse regionale Unterschiede gab. Ein Engpass zeichnet sich auf jeden Fall nicht ab.

Andreas Knobel
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Schneeräumung diesen Winter in Schindellegi.

Schneeräumung diesen Winter in Schindellegi.

Bild: Silvia Gisler

Ganz so arg wie im Januar dürfte es im Rest des Winters kaum mehr kommen, denn gemäss Meteo Schweiz kommen solche schneereichen Ereignisse nur etwa alle 15 Jahre vor, wie Urs Germann, Leiter Abteilung Betrieb im Tiefbauamt Kanton Schwyz bestätigt.

So war es offensichtlich, dass gewaltige Mengen an Salz und Sole – Flüssigsalz, das seit über zehn Jahren in Kombination mit Streusalz auf den Kantonsstrassen eingesetzt wird – ausgebracht werden mussten. Zahlen für den Kanton Schwyz kann Urs Germann zwar nicht benennen. Die Schweizer Salinen haben gemäss TeleZüri im Januar jedoch schweizweit 111'000 Tonnen geliefert, was tatsächlich neuen Rekord bedeutet.

Könnte es also bei einem erneuten Wintereinbruch zu einer Salzknappheit kommen? Nein, gibt Urs Hofmeier als Geschäftsführer der Schweizer Salinen Entwarnung, dank des Ausbaus der Lager habe es genug für alle. Das grösste Lager mit einer Kapazität von 1100 Tonnen steht in Innerschwyz, aber auch im äusseren Kantonsteil gibt es kleinere Salzlager.

Viel Salz wegen Frostwechsel

Die Innerschwyzer Strassen seien heuer vom Schneefall weniger betroffen gewesen, in Ausserschwyz seien die Schneemengen sichtbar grösser gewesen, so Germann. Dass so viel Salz eingesetzt werden musste, habe jedoch weniger mit den Schneemengen als mit den Frostwechseln zu tun. Das heisst, das Schmelzwasser vom Tag lief auf die Strasse und gefror in der Nacht, was sich natürlich als sehr tückisch erweisen kann.

So stand der Winterdienst trotz genügend Salz vor happigen Herausforderungen. Urs Germann: «Alle Strassenunterhaltsdienste und die beauftragten Transportunternehmungen waren mit allen verfügbaren Mitteln und personellen Ressourcen im Dauereinsatz.» Die grossen Schneemaden hätten viel Platz benötigt und in den ersten Tagen zu Einschränkungen, besonders für Fussgänger und Velofahrer, geführt. «Es zeigte sich auch wieder einmal», so schliesst Urs Germann, «dass viele Verkehrsteilnehmer sich nicht mehr gewohnt sind, mit so viel Schnee umzugehen.»