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Wolf reisst im Kanton Schwyz in vier Jahren 16 Schafe und eine Ziege

Der Schwyzer Bauernverband will Wolf und Bär ausrotten. Neuste Zahlen des Kantons zeigen, wie sich das Problem präsentiert.
Jürg Auf der Maur
Der Wolf muss weg, finden die Schwyzer Bauern. (Symbolbild: Bernd Thiessen/DPA)

Der Wolf muss weg, finden die Schwyzer Bauern. (Symbolbild: Bernd Thiessen/DPA)

An seiner Generalversammlung hat der Schwyzer Bauernverband einen wegweisenden Entscheid gefällt. Die Basis lehnte sich gegen die Verbandsleitung auf und setzte sich mit ihrem Anliegen durch. Angeführt von SVP-Nationalrat Marcel Dettling beschloss die Versammlung, einen Antrag von Peter Abegg, die Grossraubtierausrottung, ins Tätigkeitsprogramm des Verbandes aufzunehmen. Dettling unterstützte den Antrag: «Als Bauer muss man dafür sein, dass darauf hingearbeitet wird, den Wolf auszurotten. Das sollte auch das Ziel der Bauernvereinigung sein», erklärte er (wir berichteten).

Seither sorgt der Beschluss für zahlreiche Reaktionen. In Leserbriefen wird von einem «Eigengoal» der Schwyzer Landwirte gesprochen. Einmal mehr sorge der Kanton Schwyz damit national für negative Schlagzeilen.

Umso interessanter sind nun auch Zahlen, die das Volkswirtschaftsdepartement im Zusammenhang mit den Folgen von Grossraubtieren im Kanton Schwyz präsentierte. Damit wird eine Kleine Anfrage der Kantonsräte Martin Brun (SVP, Sattel) und Bruno Nötzli (SVP, Pfäffikon) beantwortet. Brun und Nötzli erkundigten sich nach den Kosten und wollten wissen, wie mit der Diskrepanz umgegangen werden soll, dass zum Schutz vor Grossraubtieren Flexinetze gefordert würden, die von anderen Kreisen verboten werden sollten.

Rund 30'000 Franken Kosten für den Kanton

2014 streiften zwei Wölfe durch den Kanton. Dabei mussten an zwei Orten Risse verzeichnet werden; acht Schafe im Nuoler Ried und drei Schafe und eine Ziege in Euthal. Beide Wölfe wanderten weiter. 2017 kam es zu einem weiteren Riss in Einsiedeln, bei dem fünf Schafe verletzt oder getötet wurden. Wo sich die Wölfe jetzt befinden, ist unbekannt. Im Kanton Schwyz wurden im Zeitraum von 2014 bis 2018 somit insgesamt 16 Schafe und eine Ziege durch Wölfe gerissen. Was die Regierung nicht schreibt, aber bekannt ist:

Rund 4500 Schafe sterben jährlich in den Alpen in Folge von Krankheiten oder Abstürzen.

Schliesslich präsentiert die Regierung auch konkrete Angaben zu den Kosten, die durch die Präsenz von Grossraubtieren entstehen. So werden die Aufwendungen des Kantons für 2017 auf rund 29 000 Franken geschätzt, für das Jahr 2016 ging die Regierung von 31 000 Franken aus. Darin enthalten seien sämtliche Sach- und Personalkosten, inklusive der kantonalen Vergütungen an die Tierhalter für die Risse. Mitte April will die Regierung den nächsten Bericht präsentieren.

Für die 16 Risse wurden insgesamt 8250 Franken Entschädigung ausbezahlt. Der Bund hat dabei 6600 Franken übernommen, dem Kanton Schwyz blieben Entschädigungskosten von 1650 Franken.

Aufgrund fehlender Alternativen spricht sich die Regierung weiterhin gegen ein Stacheldrahtverbot aus. Auch die Flexinetze stellten, bei korrektem Einsatz, nur eine geringe Gefahr für die Wildtiere dar, hält die Regierung abschliessend fest.

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