Zeltlandschaft auf dem Gnipen nervt die Schwyzer Wanderer

Seit dem Lockdown werden auf dem Gnipen am Wochenende bis zu einem Dutzend Zelte aufgeschlagen. Genossame und Gemeinde wollen, dass die Schutzzone ihrem Namen wieder gerecht wird.

Lea Langenegger
Drucken
Teilen
Der Gnipen wurde zum Hotspot für Camper. Fast jedes Wochenende werden Zelte aufgeschlagen.

Der Gnipen wurde zum Hotspot für Camper. Fast jedes Wochenende werden Zelte aufgeschlagen.

Leserbild: Bote.ch

«Was soll das?», schrieb eine empörte «Bote»-Leserin. «Jedes schöne Wochenende Zeltlager auf dem Gnipen», nervte sich ein «Bote»-Leser. In letzter Zeit erreichten unsere Redaktion öfters Leserbriefe und -bilder vom Gnipen. Der schöne Aussichtspunkt auf dem Rossberg lockte zahlreiche Abenteuerlustige an, die ihr Zelt aufschlugen und auf dem Gipfel übernachteten. So stiessen Wanderer teilweise auf eine von Zelten überfüllte Wiese.

Der Gnipen liegt auf Arther Gemeindeboden, wird jedoch von der Genossame Steinen bewirtschaftet. «Uns ist bewusst, dass es ein schöner Punkt ist», sagt Toni Suter, Präsident der Genossame Steinen, auf Anfrage. Jedes Jahr haben bei schönem Wetter vereinzelt Leute entweder unter freiem Himmel oder im Zelt übernachtet. «Seit dem Lockdown ist es aber effektiv zum Problem geworden», führt Suter aus.

Kleiner Flächenbrand im Frühling

Die Camper errichten aber nicht nur Zelte, sondern auch viele Feuerstellen. Im Frühling sei es sogar zu einem kleinen Flächenbrand gekommen. «Ärgerlich ist vor allem das Littering», beschwert sich Suter. Plastik, Aludosen und Glasflaschen hinterlassen die Leute. Auch das Amt für Wald und Natur des Kantons Schwyz hat die vielen Camper wahrgenommen. «Die Bevölkerung geht seit dem Lockdown im grösseren Stil nach draussen», so der stellvertretende Amtsvorsteher Philipp Gerber.

Das Verständnis, dass man an sensiblen Plätzen keine Zelte aufstellen sollte, fehle häufig. Was offenbar viele nicht wissen oder nicht wissen wollen: «Ein Teil der Fläche auf dem Gnipen ist kommunale Schutzzone», erklärt Gerber. Campen auf kommunalen Schutzzonen sei ausdrücklich verboten. Zusätzlich liegt die Fläche im Pflanzenschutzreservat Rossberg. In den Grundlagen solcher Zonen ist Campieren zwar nicht explizit verboten, «es ist jedoch auch nicht erwünscht», betont Gerber.

Schutzzone wird nun besser signalisiert

Die gesetzliche Lage bezüglich Wildcampieren ist nicht klar geregelt. Grundsätzlich gilt, dass Notbiwakieren und einzelne Übernachtungen im Gebirge, also oberhalb der Waldgrenze, erlaubt sind. Ansonsten braucht es die Zustimmung des Grundeigentümers.

Die Genossame Steinen hat das Problem nun mit der Gemeinde Arth in Angriff genommen. «Mithilfe von grossen Aluminiumtafeln wollen wir besser signalisieren, dass es sich um eine Schutzzone handelt», erklärt Suter. Man setze nun auf die Vernunft der Leute und schaue, wie es weitergehe. «Wir hoffen, dass sich die Problematik auf dieses aussergewöhnliche Jahr beschränkt», stimmt Gerber zu. Auf der Website des Wildspitz, der rund 20 Gehminuten vom Gnipen entfernt ist, wird auf das Campingverbot aufmerksam gemacht. «Die Polizei führt Kontrollen am ganzen Rossberg durch», heisst es.