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Kantonsgericht pfeift Staatsanwaltschaft zurück – Zoff mit Schwingern wird nochmals untersucht

Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat die Strafuntersuchung gegen zwei Schwinger fälschlicherweise eingestellt und nur einen anderen Mitbeteiligten verurteilt. Jetzt wurde sie zurückgepfiffen.
Ruggero Vercellone

An der Hinterthaler Chilbi im Oktober 2015 gerieten sich zwei Cousins und zwei Schwinger in die Haare. Einer der Schwinger, ein Kranzschwinger, musste einen Tag lang hospitalisiert werden. Einer der Cousins wurde ebenfalls verletzt und war vier Wochen lang arbeitsunfähig.

Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz sprach einen Cousin erst im letzten Februar mit Strafbefehl wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Raufhandels schuldig. Das Verfahren gegen die Schwinger stellte die Staatsanwaltschaft hingegen ein. Das passte dem verurteilten Cousin aber gar nicht. Er zog die Sache vors Kantonsgericht und focht nicht nur seine Verurteilung an, sondern beschwerte sich auch gegen die Einstellung des Verfahrens gegen die Schwinger.

Kantonsgericht rügt Untersuchung

Das Kantonsgericht hat die Beschwerde des Cousins vor kurzem gutgeheissen, die gefällten Entscheide aufgehoben und die Sache an die Staatsanwaltschaft Innerschwyz «zu weiteren Erhebungen und zur Beweissammlung» zurückgewiesen.

Es sei nämlich zu wenig geprüft worden, ob sich die Schwinger nicht doch strafbar gemacht hätten und ob sie beim Raufhandel nicht doch teilgenommen hätten, hält das Kantonsgericht in seinem Urteil fest. Zumindest habe ein Schwinger einen Cousin mit «Hüfter» zu Boden gebracht.

Keine Auskunftspersonen befragt

Die Staatsanwaltschaft habe weder einen anwesenden Taxifahrer noch andere von der Polizei rapportierte Auskunftspersonen eruiert und befragt. Auch die Aufsicht in der Schwingerbar sei nicht näher befragt worden. Nicht untersucht worden sei auch, inwieweit noch andere Personen in die gewalttätige Auseinandersetzung im und vor dem Lokal involviert waren. Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz habe es bei der Einvernahme des Beschwerdeführers belassen, die erst beinahe zwei Jahre später, Ende September 2017, stattfand. «Für diese verzögerte Vorgehensweise ist kein Grund ersichtlich, und sie erscheint weder mit dem Beschleunigungs- noch dem Untersuchungsgrundsatz vereinbar», schreibt das Schwyzer Kantonsgericht in seiner Rüge an die Staatsanwaltschaft.

Die Verfahrenskosten von 2400 Franken übernimmt der Staat. Dieser hat den beschwerdeführenden Cousin zudem mit 2000 Franken zu entschädigen.

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