Schwyzer Kantonsparlament verärgert Lehrer

Die Lehrer an den Schwyzer Volksschulen erhalten keine generelle Lohnerhöhung von drei Prozent. Dies hat der Kantonsrat am Mittwoch entschieden. Das verärgert die Lehrer.

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Im Kanton Schwyz erhalten Lehrpersonen keine generelle Lohnerhöhung. (Bild: Archiv Neue LZ)

Im Kanton Schwyz erhalten Lehrpersonen keine generelle Lohnerhöhung. (Bild: Archiv Neue LZ)

In der Kantonsrats-Debatte am Mittwoch bestand in einem Punkt Einigkeit: Die Attraktivität des Lehrerberufs muss gesteigert werden, sonst gelingt es den Bezirken und Gemeinden immer weniger, qualifizierte Lehrkräfte zu engagieren.

Um dieses Problem zu lösen, wollte der Regierungsrat die Löhne für Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe I um drei Prozent erhöhen. Den entsprechenden Antrag lehnte der Kantonsrat jedoch mit 34 zu 58 Stimmen ab. Dabei erfolgte die Abstimmung unter Namensaufruf.

SP und CVP für Lohnerhöhung

Für die generelle Lohnerhöhung von drei Prozent hatten sich die SP-Fraktion und die Mehrheit der CVP stark gemacht. Weil die Nachbarkantone, insbesondere Zürich und Zug, deutlich höhere Löhne zahlten, müsse der Kanton Schwyz insbesondere für Berufseinsteiger attraktiver werden, sagte die Sprecherin der SP.

Die Mehrheit der Gemeinden und Bezirken, die 80 Prozent des Mehraufwands übernehmen müssten, hätten sich in der Vernehmlassung für höhere Löhne ausgesprochen. Die Schulträger klagten heute schon über die Schwierigkeiten, Personal zu finden.

Weniger Bürokratie statt mehr Lohn

Die Fraktionen von SVP und FDP stellten sich auf den Standpunkt, dass der Lehrerberuf im Kanton Schwyz nicht über eine generelle Lohnerhöhung attraktiver werden solle. Der Lohn sei zwar wichtig, aber nicht der einzige wichtige Faktor, sagten Sprecher von SVP und FDP.

Das Umfeld der Lehrer müsse verbessert werden. Das heisst: Weniger Bürokratie und weniger Administrationsaufgaben. Die Lehrer müssten sich endlich wieder auf das Unterrichten konzentrieren können und sich nicht mehr mit der ständigen «Reformitis» im Schulwesen herumschlagen müssen.

Die Lehrer und Schulvertreter von SP und CVP reagierten empört auf die verweigerte generelle Lohnerhöhung. Dies sei ein Mangel an Wertschätzung gegenüber den Lehrern an den Volksschulen und vor allem ein schlechtes Signal gegenüber Berufseinsteigern. Schwyz bilde zwar Lehrer aus, könne diese aber nicht beschäftigen.

Verschärfungen bei Kündigungsmodalitäten

Das Lohnsystem der Schwyzer Volksschule bleibt weitgehend beim Alten. Neu ist, dass die Lohndifferenz zwischen Kindergartenlehrpersonen und Lehrkräften der Primarschule deutlich reduziert wird. Im Weiteren beschloss der Kantonsrat punktuelle Verschärfungen bei den Kündigungsmodalitäten. So wurde die Bewährungsfrist von zwei auf mindestens einen Monat reduziert. Ausserdem sollen Abfindungen maximal einen halben und nicht mehr einen ganzen Jahreslohn betragen.

Die revidierte Personal- und Besoldungsverordnung für die Lehrpersonen der Volksschule genehmigte der Schwyzer Kantonsrat schliesslich mit 63 zu 17 Stimmen.

sda