Schwyzer Landeskirche will Eskalation verhindern

Im Streit zwischen Vertretern der Pfarrei-Initiative und dem Bistum Chur hat sich die Schwyzer Landeskirche eingeschaltet. In einer Resolution an Bischof Huonder warnt sie vor den Folgen eines Entzugs der Lehrerlaubnis für Vertreter der Reformbewegung.

sda
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Werner Bruhin, Vizepräsident des Schwyzer Kirchenvorstands, fordert mit der Landeskirche Vitus Huonder zum Dialog auf. (Archiv) (Bild: Irene Infanger / Neue SZ)

Werner Bruhin, Vizepräsident des Schwyzer Kirchenvorstands, fordert mit der Landeskirche Vitus Huonder zum Dialog auf. (Archiv) (Bild: Irene Infanger / Neue SZ)

Die Resolution wurde vom Kantonskirchenrat der römisch-katholischen Kantonalkirche Schwyz am Freitag mit 64 zu 38 Stimmen und 9 Enthaltungen gefasst. Werner Bruhin, Vizepräsident des Kirchenvorstands, bestätigte am Samstag einen Bericht des «Boten der Urschweiz». Die Landeskirche wolle eine Eskalation verhindern und fordere den Bischof zum Dialog auf, sagte Bruhin.

Würden die Unterzeichnenden der Pfarrei-Initiative wie vom Bischof aufgefordert die kirchliche Lehrerlaubnis (»Missio») zurückgeben und den kirchlichen Dienst quittieren, so würde die Pfarreiseelsorge vielerorts zusammenbrechen, heisst es in der Resolution.

Die Kirchgemeinden würden in eine grosse Konfliktsituation geraten, wenn sie sich vor die Entscheidung gestellt sähen, entweder dem Bischof Folge zu leisten und die Arbeitsverhältnisse zu kündigen, oder die bischöfliche Haltung zu negieren.

Beim Bistum Chur nimmt man die Resolution zur Kenntnis. Nicht der Dialog sei das Problem, sondern das Ziel des Dialogs, welches das Bistum in keiner Weise unterstütze, sagte Bischof-Sprecher Giuseppe Gracia gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Initiative wolle weltkirchliche Vorgaben verändern, sagte Gracia weiter. Deswegen seien die betroffenen Bischöfe von Basel, St. Gallen und Chur nach Rom gerufen worden, und zwar von der Glaubenskongregation. Dies zeige, dass aus römischer Sicht ein Glaubensproblem vorliege und nicht ein Dialogproblem.

Die im Herbst 2012 ins Leben gerufene Pfarrei-Initiative Schweiz zählt rund 500 Seelsorgende und über 800 Sympathisanten. Wie in anderen Ländern pochen die Vertreter auf Reformen innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Gemäss den Initianten entspricht der Alltag in der Kirche in manchen Punkten nicht mehr dem, was die Kirchenleitung vorschreibt.

Laut Pfarrei-Initiative sollen auch Andersgläubige und Wiederverheiratete die Kommunion erhalten dürfen. Zudem will sie Laien für Predigten zulassen. Daneben plädiert die Initiative für die Gleichberechtigung von Homosexuellen in der Kirche.

Die Schweizer Bischofskonferenz lehnt die Initiative ab. Der Churer Bischof Vitus Huonder legte Ende Februar den Unterzeichnenden aus seinem Bistum nahe, ihre kirchliche Lehrbeauftragung abzulegen.