SCHWYZ/LAOS: Schwyz begrüsst ganz besondere Gäste

Derzeit ist die U-16-Nationalmannschaft von Laos zu Besuch in der Innerschweiz. Möglich macht dies ein Verein aus Schwyz.

Sandro Portmann
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Die laotischen U-16-Fussballer geniessen den Ausblick von der Hängebrücke im Sattel-Hochstuckli. (Bild Pius Amrein)

Die laotischen U-16-Fussballer geniessen den Ausblick von der Hängebrücke im Sattel-Hochstuckli. (Bild Pius Amrein)

Etwas schüchtern standen gestern rund 20 Laoten in ihrer blauen Trainingsuniform bei der Rodelbahn auf dem Hochstuckli. Keiner von ihnen hat eine solche Bahn vorher gesehen, keiner von ihnen war jemals zuvor in der Schweiz. Entsprechend vorsichtig war dann auch die erste Fahrt.

Die laotische U-16-Nationalmannschaft landete am Freitag in der Schweiz und wohnt seither in Schwyz. Nächste Woche nehmen die asiatischen Nachwuchsfussballer in Liechtenstein am internationalen Swiss U-16-Cup in Rugell teil. Möglich machte dies der Brunner Alois Kessler. Seine Laosreise hat ihn 2008 verändert. «In Laos haben die Menschen nicht viel – aber mit dem was sie haben, sind sie zufrieden.» Seither engagiert er sich für Laos, beispielsweise indem er Schulhäuser oder Krankenhäuser baut. Kessler hat für die jungen Sportler bis zum Turnier ein Programm im Raum Schwyz auf die Beine gestellt. «Ich wollte einen Kulturschock vermeiden», so Kessler. Deshalb meidet er auch Grossstädte wie Zürich in seinem Programm, stammen die Laoten doch fast alle aus armen, ländlichen Gegenden.

Gestern genossen die Fussballer die Aussicht auf den Schwyzer Talkessel. Doch bereits der Weg dorthin war ein Erlebnis, das fotografisch festgehalten wurde. Ebenso die Hängebrücke im Sattel-Hochstuckli. «Hängebrücken gibt es zwar in Laos viele, die sind aber nicht so lang», erklärt der Dolmetscher.

Ungewohntes Essen

«Ich habe mir die Schweiz anders vorgestellt. Es hat wenig Hochhäuser, und die Menschen leben einfach. Die Schweiz gefällt mir sehr. Alles ist sehr schön hier, auch die Natur», sagt der Captain der Mannschaft, Amone Phimchanthaphone. Das Essen sei besonders am ersten Tag ungewohnt gewesen. Dann gab es Chicken Nuggets. «Das Frühstück hat aber sehr geschmeckt», so der Captain. Das Morgenessen bestand aus Rührei, Gipfeli und Brot – und selbst dieses wurde fotografiert. «Am Mittwoch werden wir ein Fondue probieren», sagt Alois Kessler. Probieren sagt er, weil die Laoten nicht gewohnt sind, Milchprodukte zu essen. In Laos gibt es keine Milch. So tranken die jungen Fussballer ihr morgendliches Ovi-Pulver mit heissem Wasser.

Die erste Fahrt mit der Rodelbahn hat die Unsicherheit der Laoten genommen. Bereits die zweite Fahrt auf dem Schlitten ging rasanter und mit lachenden Gesichtern hinunter. Überhaupt wirken die Gäste offen, neugierig und herzlich. Aber sie sind auch motiviert, am bevorstehenden Turnier eine gute Leistung auf dem Platz zu zeigen. Trotz den idyllischen Ausflügen trainieren sie täglich für den bevorstehenden Cup.

Gestern Mittag jedoch stand der gemütliche Teil im Vordergrund. «Da drüben ist die Rigi», sagt Kessler und zeigt mit dem Finger in die Richtung. Und auch der Tierpark steht noch auf dem Programm. Darauf ist Captain Amone Phimchanthaphone besonders neugierig. In seiner Heimat leben andere Tiere, Elefanten und Tiger zum Beispiel.