SCHWYZ/ST. GALLEN: Serien-Einbrecher möchte nicht so lange ins Gefängnis

120 Mal hat der Langfinger aus Rumänien zugeschlagen, auch im Kanton Schwyz. Dafür soll er sechs Jahre hinter Gitter. Viel zu lange, findet der 44-Jährige und ging in Berufung.

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Der Ganove war in sechs Kantonen aktiv. (Symbolbild)

Der Ganove war in sechs Kantonen aktiv. (Symbolbild)

Ein 44-jähriger Rumäne wurde wegen Einbrüchen in sechs Kantonen in erster Instanz zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Am Mittwoch forderte er vor dem St. Galler Kantonsgericht eine Reduktion der Strafe auf zwei Jahre. Das Kreisgericht Toggenburg hatte den Mann wegen 120 Einbrüchen in St. Gallen, Graubünden, Schwyz, Zürich, Glarus und Wallis sowie in Liechtenstein verurteilt.

Am Mittwoch wehrte sich der Rumäne vor Gericht gegen das seiner Ansicht nach viel zu hohe Strafmass. Er gab zu, dass er zwischen Juli 2012 und September 2013 wiederholt über die «grüne Grenze» in die Schweiz eingereist ist, um mit seinem minderjährigen Sohn und unbekannten Landsleuten auf Einbruchtour zu gehen. Seine Verteidigerin forderte eine Reduktion des Strafmasses auf 24 Monate sowie finanzielle Genugtuung, da sich ihr Mandant bereits über zwei Jahre im Strafvollzug befindet.

Der 44-Jährige stamme aus einer sehr armen Region Rumäniens, erklärte sie. Im Gegensatz zu seinen Brüdern, die nach Grossbritannien und Italien ausgewandert seien, habe er seine verwitwete Mutter nicht alleine lassen wollen. Weil er keine Arbeit gefunden habe, sei die Familie in Not geraten und nur deshalb habe er die Einbrüche begangen.

Zudem habe der Mann stets darauf geachtet, dass die Bewohner abwesend seien und möglichst wenig Sachschaden angerichtet. In seinem Schlusswort beteuerte der Rumäne seine Reue. Er habe niemals erwartet, eine so hohe Strafe zu erhalten. Er verspreche, in der Schweiz keine Einbrüche mehr zu begehen. Das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen folgt in den nächsten Tagen. (asz)

(c) March-Anzeiger/Höfner Volksblatt