Sechs Kantone sollen fusionieren

Eine alte Idee bekommt neuen Schwung: Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sollen sich zum «Kanton Zentralschweiz» zusammentun.

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Blick von Obwalden her auf die Region Vierwaldstättersee - ein Teil des von Ulrich Fässler angestrebten Kantons Zentralschweiz also. (Bild: Grafik Oliver Marx/Neue LZ; Quelle BFS; Bild Rolf Dammer)

Blick von Obwalden her auf die Region Vierwaldstättersee - ein Teil des von Ulrich Fässler angestrebten Kantons Zentralschweiz also. (Bild: Grafik Oliver Marx/Neue LZ; Quelle BFS; Bild Rolf Dammer)

Sein Vorschlag dürfte zu reden geben. Der Luzerner alt Regierungsrat Ulrich Fässler (FDP) möchte den Föderalismus in der Schweiz stärken – und sieht dafür vor allem eine Lösung: eine drastische Reduzierung der Anzahl Kantone in der Schweiz, sprich grossflächige Fusionen. Als Paradebeispiel nennt Fässler die Zentralschweiz, also die Kantone Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden. «Das Gebiet rund um den Vierwaldstättersee würde sich meiner Meinung nach perfekt für eine Fusion eignen. Es könnte losgelöst von den jetzigen Grenzen einen Kanton Zentralschweiz von idealer Grösse bilden», so Fässler.

Ob- und Nidwalden sollen vorangehen

Falls es nicht zu einem einzigen grossen Kanton Zentralschweiz kommt, so sollen wenigstens Ob- und Nidwalden fusionieren, findet alt Regierungsrat Ulrich Fässler im Interview mit unserer Zeitung. In den beiden Halbkantonen will man davon allerdings gar nichts wissen. Der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller bringt die Meinung verschiedenster Politiker aus beiden Kantonen auf den Punkt: «Wir schätzen einander gegenseitig, für eine Hochzeit reicht es aber nicht.»

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Künftig viertgrösster Kanton

Mit der Grossfusion würde der Kanton Zentralschweiz flächenmässig zum viertgrössten Kanton der Schweiz, gemessen an der Bevölkerungszahl gar zum drittgrössten. Viele Probleme liessen sich in dieser Grösse besser lösen, ist Fässler überzeugt. Er ist sich aber auch der Komplexität seiner Idee bewusst, weshalb er es begrüssen würde, wenn zumindest schon einmal die Halbkantone Ob- und Nidwalden zusammengehen würden. «Das wäre ein klassischer Fall einer sinnvollen Fusion», sagt Fässler. In Ob- und Nidwalden schüttelt man derweil den Kopf. Eine verstärkte Zusammenarbeit kann man sich vorstellen. Eine Fusion nicht.

Pascal Imbach

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