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SEEWEN: Geisha-Geschenk aus Schwyz

An der Fasnacht werden die beiden Gemeindeteile Schwyz und Seewen vorübergehend zu Kaiserreichen. In Schwyz herrscht der japanesische Hesonusode, in Seewen der Negus.
Sebastian Gwerder als Seewener Fasnachtsherrscher Negus wird von Geishas aus Schwyz umsorgt. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Sebastian Gwerder als Seewener Fasnachtsherrscher Negus wird von Geishas aus Schwyz umsorgt. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Und wenn der eine Kaiser den anderen besucht, bringt er ein Geschenk mit. An der Reichsversammlung der Seewener Negusgesellschaft vom Samstagabend bestand das Geschenk aus dem japanesischen Nachbarreich aus einem halben Dutzend Frauen: Geishas, die den Negus auf dem Thron liebevoll umsorgten. Er sei nach Seewen heruntergekommen, «um hier ein paar Stunden zu verweilen und meine Geishas mit dem Negus zu teilen», sagte Hesonusode Christian Schnetzler.

Königin von Saba
Beim Staatsbesuch wurden auch «politische» Themen erörtert. Schnetzler spielte bei seiner Ansprache unter anderem auf das inzwischen geschlossene Seewener Restaurant Mythenblick an, das früher zur Fasnachtszeit jeweils den Namen «Königin von Saba» trug und das Negus Sebastian Gwerder oft frequentierte: «Der Steinbruch, der gibt keine Ruh.

Auch deine Königin von Saba ist jetzt zu.» Schnetzler verwies auch auf den Umstand, dass die Seewener Negusgesellschaft im Gegensatz zu den Japanesen nach wie vor eine reine Männerdomäne ist: «Geishas, lasst den Negus nun allein bei seinen Eunuchen. Er kann später bei uns Japanesen Asyl suchen.»

Und auf ein nicht unbedingt harmonisches Verhältnis zwischen den fasnächtlichen Kaiserreichen deutete auch eine Bemerkung des Seewener Kanzlers Bernhard Aschwanden hin. Er drohte dem Publikum im Saal: «Wer opponiert, wird nach Schwyz ausquartiert.»

Aschwanden spottete über die Japanesen, die sich mit Prominenten wie dem Schwyzer «Rössli»-Wirt umgeben müssten. Dies habe die Negus-Gesellschaft nicht nötig, denn «wir sind wir».

Drei Neue
Kanzler Aschwanden, der an der Fasnacht 2010 auf den Seewener Negus-Thron aufrücken dürfte, leitete die Reichsversammlung speditiv. Sie wählte drei neue Mitglieder in den Rat der Negusgesellschaft: Daniel de Olivo, Roman Federer und Werner Reichmuth.

Geehrt wurde in der bis auf den letzten Platz gefüllten Seewener Seerüti-Halle auch der in Pension gehende Abwart Josef Lüönd. Zu seinen Ehren trägt die Halle jeweils zur Fasnachtszeit den Namen «Josef-Lüönd-Halle».

Die statutarischen Geschäfte der Gesellschaft wurden wie üblich fasnächtlich gewürzt. So berichtete Protokollführer Stefan Gramlich von der Reichsversammlung des Jahres 2008: «Stimmenzähler Charly Mettler nahm seine Aufgabe so ernst, dass er bis zu früher Morgenstunde noch die Leute zählte – an der Bar.»

Feste feiern
Materialverwalter Dominik Reichmuth wusste: «Der Rausch von gestern löscht nicht den Durst von morgen.» Und Negus Sebastian Gwerder spielte auf einen alkoholbedingten Umfaller seines Vorgängers an: «Man soll die Feste feiern, bis sie fallen.»

Bert Schnüriger

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