SEEWEN: Stiftung Landschaftsschutz wehrt sich gegen Speicherturm

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) wehrt sich gegen den geplanten Fernwärmespeicherturm in Seewen SZ. Sie ist überzeugt: Für den Ausbau der Fernwärmezentrale gebe es landschaftsverträglichere Varianten als den 50 Meter hohen Turm.

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Energiezentrum Wintersried in Seewen, fünf Tage nach dem Brand der Heizanlage und der Werkstatt im September 2012. (Bild: Charly Keiser / Neue LZ)

Energiezentrum Wintersried in Seewen, fünf Tage nach dem Brand der Heizanlage und der Werkstatt im September 2012. (Bild: Charly Keiser / Neue LZ)

Die Fernheizanlage Wintersried im Talkessel von Schwyz soll erweitert werden. Die Initiantin der Anlage, die AGRO Energie Schwyz, plant einen 50 Meter hohen Siloturm mit einem Speichervolumen von rund 30'000 Kubikmeter Warmwasser.

Ein derart hohes Gebäude wie der geplante Speicher-Turm ist jedoch in der geltenden Zonenordnung nicht vorgesehen. Dafür muss der Nutzungsplan geändert werden. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

Nun meldet sich die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zu Wort: Das geplante Vorhaben ist ihr ein Dorn im Auge. Der Talkessel von Schwyz sei eine hochwertige Landschaft mit grosser historischer Bedeutung und grosser heimatlicher Identifikation, teilte die Stiftung am Donnerstag mit.

In Richtung Süden sei der Blick auf das Seebecken von Brunnen, den Urnersee und Richtung Alpen von einzigartiger Schönheit. Der geplante Speicherturm würde diesen Blick verstellen, ist die SL überzeugt. Zudem würde mit der Zonenplanänderung der Effekt der isolierten Bauzone als Fremdkörper im Talkessel massiv verstärkt.

Für den Ausbau der Fernwärmezentrale gibt es nach Ansicht der Stiftung Landschaftsschutz landschaftsverträglichere Varianten. Die zahlreichen in der Schweiz existierenden Fernwärmezentralen und -netze mit teilweise weit grösseren Höhendifferenzen im Versorgungsgebiet würden allesamt ohne hohe Speichertürme auskommen, schreibt die Stiftung.

Die SL befürwortet zwar die Anstrengungen zur Förderung der Energieeffizienz und zum Neu- und Ausbau von Anlagen für die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Grundsätze der schonungsvollen Raumplanung und des Landschaftsschutzes dürften jedoch nicht über Bord geworfen werden, schreibt die SL. (sda)