SENNENKILBI: Sennen forderten einen See für Illgau

Hunderte besuchten am Güdelmontag die Illgauer Sennenkilbi. Sie genossen die dargebotenen Stückli in vollen Zügen.

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Sechs lustige Stückli wurden auf dem Dorfplatz aufgeführt. Im Bild die Vorstellung des Projektes «Illgau am See». (Bild Guido Bürgler/Neue SZ)

Sechs lustige Stückli wurden auf dem Dorfplatz aufgeführt. Im Bild die Vorstellung des Projektes «Illgau am See». (Bild Guido Bürgler/Neue SZ)

Bereits um vier Uhr früh weckte die Chatzemusig Illgau am Güdelmontag den höchsten Illgauer Fasnächtler, Sennenpräsident Erwin Betschart, und zog dann lautstark durch die Strassen und Gassen. Später, um halb neun Uhr, besuchten die Sennengesellschaft und die 19 Sennenpärli einen Gedächtnisgottesdienst. Musikalisch umrahmt wurde die Messe durch die Ländlerkapelle Gebrüder Rickenbacher.

Anschliessend folgte ein kleiner farbenprächtiger Umzug durchs Dorf. Angeführt wurde er von Senntenbauern mit Braunvieh, auch die «Stierämusig» und weitere Dorfvereine machten mit. Schmunzeln konnte man über einige lustige Umzugsnummern, so etwa über den ledigen Bauern, der nun eine Frau gefunden hat, oder über die Wetterpropheten Martin Horat und Martin Holdener, die in Illgau zu Gast waren. Köstlich war auch der Auftritt der «Kindergärtler», die als Schellen-Urslis unterwegs waren.

Goldader entdeckt
Kaum war der Umzug zu Ende, strömte das Publikum zum Dorfplatz, wo es von Sennenpräsident Erwin Betschart begrüsst wurde. Trotz leichten Schneefalls stiessen die Stückli-Darbietungen auf grosse Begeisterung. Im ersten Stückli wurde eine Eier-Villa vorgestellt, dies in Anspielung auf den Sennenpräsidenten und dessen Nebenerwerb. Bei der zweiten Darbietung wurde der anwesende Wetterprophet Martin Horat einer gründlichen Reinigung von seinen Ameisen unterzogen.

Das dritte Stückli handelte von Rapunzel, die nur von einem Sennenbueb aus der Luft gerettet werden konnte, obwohl dies zuvor sogar Weltmeister Didier Cuche versucht hatte.

Im vierten Stückli wurde das Projekt Illgau am See mit Staumauer im Schlattli vorgestellt. Es sei geplant, die Muotathaler auf die Glattalp umzusiedeln, hiess es. Bei der fünften Darbietung wurde im Bergdorf erfolgreich nach Gold geschnüffelt. Im letzten Stückli amüsierte sich das Publikum prächtig bei der Vorstellung einer «Beiz» mit abgetrenntem Raucherzimmer.

Zwischen den Stückli-Aufführungen wurden alte Bräuche wie das «Gäuerlen», Fahnenschwingen und Juuzen gepflegt.

Heiteres Unterhaltungsprogramm
Nach den Stückli begaben sich Hunderte in die Mehrzweckhalle Ilge, wo das Sennenmahl eingenommen wurde. Am Nachmittag präsentierte Sennenkassier Beat Bürgler (Fakir Rodani) ein vielseitiges volkstümliches Unterhaltungsprogramm, das mit humoristischen Einlagen gespickt war.

Zu begeistern wussten unter anderem die Feldmusik und der Jodlerklub Illgau, die Geschwister Lea und Nadja Heinzer, Gäuerler Dominik Rickenbacher, Büchelbläser Toni Bürgler oder das Jodelduett Gaby Mettler/Jolanda Betschart. Abgeschlossen wurde die Sennenkilbi mit einem urchigen Tanzabend. Für Stimmung sorgten die Ländlerkapellen Gebrüder Rickenbacher und Illgauergruess sowie die Chatzemusig Illgau.

Guido Bürgler