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SERIE: Das Hoch in den Siebzigern

In ihrer Geschichte hatte die «Schwyzer Zeitung» verschiedene Herausgeber. Und einmal wechselte ihre Druckerei auch ihren Standort.
Bert Schnüriger
Die beiden Redaktoren Gerhard Oswald (links) und Josias Clavadetscher in den Siebzigerjahren. (Archivbild Neue SZ)

Die beiden Redaktoren Gerhard Oswald (links) und Josias Clavadetscher in den Siebzigerjahren. (Archivbild Neue SZ)

Der erste Verleger im Gründungsjahr 1876 war ein gewisser M. Römer-Imfeld. Er begann mit dem Herausgeben in einer Zeit, wo die Nachfrage nach Zeitungen noch gering war. Viele Familien leisteten sich keine Zeitung, obwohl die Abonnementspreise für heutige Begriffe lächerlich niedrig waren. Die «Schwyzer Zeitung» kostete per Post zugeschickt 5 Franken pro Jahr. Wobei die Leute damals sich auch anderweitig informieren konnten: Das Amtsblatt wurde am Sonntag in der Kirche von der Orgelempore herab vom Gemeindeweibel verlesen. Und wer etwas zu verkaufen hatte, konnte das mit Trommelschlag von Gasse zu Gasse ausrufen lassen. Die Auflage der «Schwyzer Zeitung» dürfte in den Anfangsjahren kaum tausend Exemplare betragen haben.

Auszug aus dem Hinterdorf

Herausgeber Römer verkaufte die Druckerei und den Zeitungsverlag 1878 an Karl von Weber von der Sedlern in Schwyz. Der neue Verleger erhielt als Starthilfe auch Geld von der konservativen Partei, viele ihrer Behördenmitglieder zeichneten Anteilscheine. 1881 ist erstmals eine Auflagezahl verbürgt: 1300 Exemplare wurden gedruckt. Auf den Jahresbeginn 1887 siedelte die Druckerei aus dem Haus an der heutigen Hinterdorfstrasse 5 an die Schwyzer Bahnhofstrasse um, wo sie noch heute ihr Domizil hat. Hier stellte der Herausgeber neu Emil Steiner-Rickenbach (1853–1908) als Geschäftsführer ein, der auch Teilhaber wurde. 1896 allerdings kaufte Steiner seinen bisherigen Mitgesellschafter gegen eine Abfindungssumme von 23 000 Franken aus.

Interne Spannungen

1913 verkaufte Steiners Sohn Emil den Verlag «Schwyzer Zeitung» an einen «Verein Schwyzer Zeitung», blieb aber dessen Mieter. Nach aussen hin blieb dabei Emil Steiner-Sidler (1888–1955) der Verleger. Er konnte 1917 mit Stolz eine Auflage von 2900 Exemplaren vermelden. Es muss ab 1924 zu Spannungen zwischen Steiner und dem Verein gekommen sein. Jedenfalls konnte zeitweise kein Redaktor verpflichtet werden. Auflagezahlen aus den Zwanziger- und Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts lassen sich nicht mehr eruieren, 1956 allerdings hatte die Zeitung 3500 Abonnenten. Und bis 1960 war der Verein mit seinem Mieter Steiner der Herausgeber der Zeitung. 1960 trat die damals neu gegründete Schwyzer Zeitung AG an ihre Stelle.

Sie wiederum geriet nach Kapitalerhöhungen von 1983 und 1985 zu einem Drittel in die Hände des Maihof-Verlags, der in Luzern das «Vaterland» herausgab. 1989 wurde die «Schwyzer Zeitung» Pachtblatt des «Vaterlands» und wechselte damals auch zum täglichen Erscheinen. Seit 1996 erscheint das Blatt unter dem Namen «Neue Schwyzer Zeitung» als Schwyzer Regionalausgabe der «Neuen Luzerner Zeitung». Und 1999 wurden die Verlagsrechte ganz nach Luzern veräussert.

Drucker war auch Redaktor

In den Gründungsjahren wurden jeweils die Drucker auch als Redaktoren bezeichnet. Nach der Übernahme durch Karl von Weber besorgte offenbar vorerst ein Dr. Gyr die Redaktionsarbeit, später machte dies Pfarrhelfer Martin Reichlin. Dessen Hauptmitarbeiter war der Rechtsanwalt Caspar Alois Bruhin. 1881 übernahm Constantin von Hettlingen die Redaktion, er blieb ihr nicht weniger als 47 Jahre lang treu. Nach ihm wirkte in den Dreissigerjahren Anton ­Rischatsch auf der Redaktion, anschliessend Emil Steiner sowohl als Verleger als auch als Redaktor. 1943 konnte in der Person von Max Leutenegger ein neuer Redaktor gefunden werden, Leutenegger blieb Redaktor bis zu seinem Tod im Jahr 1967.

Oswald und Clavadetscher

Den lokalen Teil der Redaktion betreute zeitweise auch Paul Kopp. Und nach Leuteneggers Tod trat vorübergehend Emil Steiner, ein Enkel des ehemaligen Druckereibesitzers, in die Lücke. Von 1967 bis 1970 war Franz Buob als Redaktor tätig. 1971 trat Gerhard Oswald die Redaktionsleitung an, ihm zur Seite stand der junge Redaktor Josias Clavadetscher. Und im Druckereibüro der Schwyzer Zeitung AG machte KV-Stift Bruno Marty seine Lehre. Aus ihm wurde später der redaktionelle Mitarbeiter mit dem Kürzel brum. Unter diesen professionellen Zeitungsmachern stieg die Auflagezahl in den Siebzigerjahren auf ihren Höchststand von 6000 Abonnenten an.

Anton Engel, damals Verwaltungsratspräsident der Schwyzer Zeitung AG, konnte 1976 zum 100-Jahr-Jubiläum der Zeitung schreiben: «Unsere Zeitung beginnt das zweite Jahrhundert mit Mut und Zuversicht.» Er konnte nicht wissen, dass das zweite Jahrhundert der «Schwyzer Zeitung» nur noch 37 Jahre lang andauern würde.

Sechsköpfige Redaktion

Nach Oswalds Weggang zum «Vaterland» wurde Josias Clavadetscher Redaktionsleiter, bevor er sich vorübergehend als freier Journalist betätigte. Auf ihn folgte Bruno Marty, später wieder Clavadetscher und ab 1996 Bert Schnüriger. Weitere Redaktionsleiter waren Robert Bachmann und Sven Gallinelli. Heute ist es Harry Ziegler, der die sechsköpfige Redaktion leitet. Nur schon diese Grösse der Redaktion zeigt einen Wandel, den das Zeitungsmachen seit 1876 durchmachte.

Die «Schwyzer Zeitung» von 1876 war noch kein informierendes Organ im heutigen Sinn. Hauptinhalt der kleinformatigen Seiten bildete das nationale und internationale Geschehen, das man damals mit reichlicher Verspätung der Zeitung entnahm. Eine regelmässige Information über Veranstaltungen gab es nicht. Dafür wurde entschieden das konservative Gedankengut in Leitartikeln verbreitet. So überrascht es heute nicht, dass Max Leutenegger, zwischen 1943 und 1967 halbamtlicher Redaktor, gleichzeitig auch Sekretär der konservativen Volkspartei des Kantons Schwyz war.

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