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SERIE: Stoff für den nächsten Bestseller

Als Teenager machte Bestseller-Autorin Blanca Imboden ihre ersten Erfahrungen auf einer Zeitungsredaktion. Die Hektik des Redaktions­alltages schreckte sie nicht ab.
Irene Infanger
Blanca Imboden im Redaktionssekretariat der «Neuen Schwyzer Zeitung». (Bild Irene Infanger)

Blanca Imboden im Redaktionssekretariat der «Neuen Schwyzer Zeitung». (Bild Irene Infanger)

Am Dienstag, 25. Juni, kam die Botschaft: Ende Jahr wird die Redaktion der «Neuen Schwyzer Zeitung» geschlossen. Für immer. «Für mich ist dieser Entscheid völlig unerwartet gekommen. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt nie damit gerechnet», sagt Blanca Imboden gut einen Monat nach dieser Nachricht. «Ich habe viel geweint. Jetzt schaue ich wieder vorwärts.» Die Ibächlerin ist eine von insgesamt sieben Festangestellten und einer Korrektorin auf Stundenlohnbasis, die in Schwyz auf der Redaktion arbeiten. Gleichzeitig ist Blanca Imboden Buchautorin. Aktuell feiert sie mit ihrem Werk «Wandern ist doof» einen grossen Erfolg. Seit mehreren Wochen befindet sie sich in der Schweizer Bestsellerliste in den Top Ten.

Viele offene Fragen

Was bedeutet dies für die Redaktion, wie geht es nun weiter? Anrufe und Besuche von Lesern der Neuen SZ auf der Redaktion waren die Folge dieser Meldung. Doch die Redaktionssekretärin und redaktionelle Mitarbeiterin konnte die Fragen der Leser auch nicht beantworten. «Ich wusste es ja selbst nicht», sagt Blanca Imboden. Es sei auch schwierig gewesen, überall darauf angesprochen zu werden. «Ich hatte es doch selber noch gar nicht verdaut.» Jetzt aber habe ihr frohes Gemüt wieder Oberhand bekommen.

Früh mit Zeitung verbunden

Blanca Imboden hat schon in Teenagerzeiten für die «Schwyzer Zeitung» geschrieben. Sie erlebte in ihrer Praktikumszeit mit, wie eine Zeitung von Anfang bis Ende entstand. «Ich liebte das Geräusch der Druckmaschinen und bewunderte das schnelle Tippen der Redaktoren auf den alten Schreibmaschinen. Ich konnte sogar noch Bleisatz beobachten. Heute haben wir ja nicht einmal mehr ein Fotolabor hier», erzählt sie mit einem Lachen und erinnert sich daran, dass einmal alle ihre Fotos im Labor vernichtet wurden. Schon früh war für Blanca Imboden klar, dass sie Journalistin werden wollte. Zuerst besuchte sie aber eine Handelsschule. Sie war danach 13 Jahre lang als Musikerin unterwegs, bevor sie bei Ex Libris arbeitete und anschliessend bei der Neuen SZ eine Stelle fand. «Es war mein Glück, dass Bert Schnüriger, der ja mit Carlo Brunner musizierte, damals Redaktionsleiter war.» Ihn schreckte nicht ab, dass sie nun lange Zeit nicht mehr in einem Büro gearbeitet hatte. «Er war ja selber auch Musiker. Für ihn war wichtig, dass ich eine Beziehung zur Zeitung hatte und die Region kenne», so Blanca Imboden. Und eine Beziehung zur Lokalzeitung hat sie allemal: Nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter und ihre Geschwister standen nämlich schon für die «Schwyzer Zeitung» im Einsatz.

Jeder Tag ist anders

Seit November 1999 ist sie nun also redaktionelle Sekretärin und hat schon manches Gesicht kommen und gehen sehen. Doch die Arbeit ist ihr nie verleidet. «Ein Bürojob kann ja etwas total Langweiliges sein. Aber hier ist kein Tag wie der andere, und es läuft immer was», so Blanca Imboden und ergänzt: «Ich bin mir immer bewusst gewesen, dass es Luxus ist, wenn man gerne arbeiten gehen darf. Ich habe meinen Job geliebt.» Vor allem gab ihr Job ihr finanzielle Sicherheit, was sie sich auch für die Zukunft wünscht. «Viele meinen, dass ich nun, wegen meines Erfolges mit dem Buch, nicht mehr arbeiten müsse. Aber ich brauche eine gewisse Sicherheit, ein regelmässiges Einkommen.» Denn, was wäre, wenn ihre nächsten Bücher keine Bestseller werden? «Mit Existenzängsten im Hintergrund hätte ich vermutlich auch keinen freien Kopf für frohe, lustige Geschichten», so die Bestellerautorin.

Stoff für neues Buch

Der Erfolg des aktuellen Buches gab der Ibächlerin zur richtigen Zeit Halt. «Es hält mich psychisch aufrecht, und ich weiss, es geht weiter.» Zudem sorgen die Einnahmen des aktuellen Buches für ein wenig Rückhalt für die Zukunft, bis Imboden wieder eine Teilzeitstelle gefunden hat. «Am liebsten wieder in einem Büro, mit einem Pensum von etwa 40 bis 60 Prozent», sagt sie und erzählt dies auch überall herum. «Als 50-Jährige brauche ich ein wenig ‹Vitamin B›, um wieder eine gute Arbeitsstelle zu finden», ist sie sich bewusst. Als Einheimische geht mit dem Ende der «Neuen Schwyzer Zeitung» nicht nur ihr Arbeitsplatz verloren, sondern auch «ein Stück Kultur», wie sie sagt. Zudem sei die Zeitung für sie auch ein wenig wie eine Familie gewesen. «Weil ich das Gefühl hatte, dass ich zu dieser Zeitung gehöre.» Eine einschneidende Erfahrung, wie Imboden sagt. Und wer weiss, irgendeinmal findet diese vielleicht den Weg in eines ihrer Bücher.

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