SESSELLIFT-UNFALL: Starke Windböe brachte leeren Sessel im Skigebiet Stoos zum Absturz

Eine starke Windböe ist schuld am Absturz eines leeren Sessels im Skigebiet Stoss vom März 2016. Die Böe lenkte den Sessel so weit in Gegenfahrtrichtung aus, dass dieser an einer Stütze hängenblieb und vom Seil gehebelt wurde.

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Der Sessel in Richtung Fronalpstock stürzte am Mittwoch auf den Boden. (Bild: Leserreporter 20 Minuten)

Der Sessel in Richtung Fronalpstock stürzte am Mittwoch auf den Boden. (Bild: Leserreporter 20 Minuten)

Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Schlussbericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hervor. Beim Sessellift-Unfall war niemand verletzt worden.

Die zum Unfallzeitpunkt gemessene Spitzenböe von 85 km/h sei im Vergleich zu anderen Föhnereignissen nicht aussergewöhnlich, hält die SUST fest. Für die Mitarbeiter der Seilbahn sei die Böe in der Form nicht zu erwarten oder gar vorhersehbar gewesen.

Wenige Minuten vor dem Absturz des bergwärts fahrenden Sessels beschlossen die Mitarbeiter, die Anlage zu schliessen. Zum Unfallzeitpunkt war also eine so genannte Schliessfahrt im Gang, damit die verbleibenden Reisenden die Anlage verlassen konnten. Die SUST bezeichnet das Vorgehen der Mitarbeiter als "verantwortungsvoll und situationsgerecht".

Gemäss SUST war die Sesselliftanlage bei der Untersuchung am Tag nach dem Unfall in gutem Zustand. Es seien keine Hinweise auf bevorstehende Unregelmässigkeiten erkennbar gewesen, heisst es im Schlussbericht.

Der abgestürzte Sessel und das Förderseil wurden beim Ereignis beschädigt. Die SUST spricht mit dem Schlussbericht weder Sicherheitsempfehlungen noch Sicherheitshinweise aus.

(sda)

Der Sessellift auf dem Stoos: Hier ist der Unfall passiert. (Bild: Keystone)

Der Sessellift auf dem Stoos: Hier ist der Unfall passiert. (Bild: Keystone)