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SICHERHEIT: Der Polizeistützpunkt bleibt in Muri

Der Stützpunkt der Kantonspolizei für das Freiamt wird im Klosterdorf eingerichtet. Bremgarten und Wohlen verlieren ihre Posten. Beim Entschluss spielten insbesondere die Finanzen eine Rolle.
Der Posten der Kantonspolizei ist in Muri an der Kirchbühlstrasse 1 beheimatet. (Bild: Christian H. Hildebrand (Muri, 30. Juni 2017))

Der Posten der Kantonspolizei ist in Muri an der Kirchbühlstrasse 1 beheimatet. (Bild: Christian H. Hildebrand (Muri, 30. Juni 2017))

Behält die Gemeinde Muri ihren Polizeiposten, oder fällt er dem Reorganisationsprojekt «Kapo 2020» des Aargauer Regierungsrates zum Opfer? Die Antwort auf diese Frage war lange Zeit unklar. Seit dem Frühjahr 2016 zitterte der Gemeinderat im Klosterdorf um «seinen» Polizeiposten. Und nun die grosse Erleichterung für Muri: Der Standort wird beibehalten, während die Posten in Wohlen und Bremgarten auf­gelöst werden. Gestern hat die Aargauer Staatskanzlei über den Entscheid informiert.

Das Projekt «Kapo 2020» sieht vor, die Zahl der 17 Aussenposten im Aargau auf 9 grössere Stützpunkte zu reduzieren und gleichzeitig die mobile Präsenz der Patrouillen zu erhöhen. Für die Region Freiamt bedeutet dies, dass die kantonalen Polizeiposten Bremgarten, Muri und Wohlen zu einem einzigen zusammengefasst werden (wir berichteten). Im Freiamt dauerten die entsprechenden Gespräche besonders lang, weil sich die drei betroffenen Gemeinden nicht einigen konnten. Hans Peter Fricker, Generalsekretär des Departements Volkswirtschaft und Inneres, bestätigt dies. «Der Regierungsrat musste einen Entscheid fällen, denn alle drei Gemeinden haben sich gewünscht, dass der Standort des Stützpunkts für das Freiamt bei ihnen sein wird. Eine Annäherung schien nicht realistisch.» Der Entschluss fiel in erster Linie zu Gunsten von Muri, weil sich der dortige Posten in einem kantonseigenen Gebäude befindet. «Die erheblichen Kosteneinsparungen, die in Muri möglich sind, haben letztlich den Ausschlag gegeben», sagt Fricker und verweist auf die angespannte Finanzlage des Kantons.

«Kein Abbau von Sicherheitsleistungen»

Bei den Entscheidungen, so heisst es in der gestern publizierten Medienmitteilung, habe der Regierungsrat berücksichtigt, «dass die Stützpunkte im mobilen Einsatzkonzept von Kapo 2020 vor allem die Funktion von logistischen Basen für die Patrouillen haben». Diese rücken bei Ereignissen in der Regel also nicht ab dem Stützpunkt aus, sondern sind bereits im Einsatzraum der Stützpunktregion unterwegs und werden von dort an die Ereignisorte beordert. «Die Kantonspolizei trägt der unterschiedlichen Sicherheits-/Kriminalitätslage in den Einsatzregionen durch eine entsprechende Schwergewichtsbildung in der Patrouillenpräsenz Rechnung», heisst es weiter. «In Wohlen und Bremgarten wird die Polizei also nicht weniger präsent sein», sagt Hans Peter Fricker. «Wir haben immer kommuniziert, dass die Reorganisation nicht mit einem Abbau von Sicherheitsleistungen einhergeht.»

Im Gebäude an der Kirchbühlstrasse 1, in dem die Kantonspolizei Muri untergebracht ist, wird der Kanton längerfristig Unterhaltsarbeiten sowie technische Anpassungen vornehmen. «Die Detailplanung steht noch bevor», sagt Fricker. Die Regionalpolizei Muri (Repol), die im gleichen Gebäude eingemietet ist, soll künftig im geplanten Verwaltungsgebäude in der Widmen unterkommen. Dieses wird voraussichtlich erst im Ende 2019 bezugsbereit sein: An der kommenden Gemeindeversammlung im Winter legt der Murianer Gemeinderat der Bevölkerung einen Baukredit vor. Die Pläne haben einen Einfluss auf den Polizeistandort in Wohlen: Bis der Neubau nämlich bezugsbereit sein wird, soll laut Fricker der Posten in Wohlen weiterbestehen. «Dort besteht ein fixer Mietvertrag bis Ende März 2020. Es macht Sinn, den Standort so lange weiterzubetreiben, bis wir in Muri zusätzlichen Platz schaffen können.» Bis dahin will man gemäss dem Generalsekretär auch eine Lösung für den Schulpsychologischen Dienst finden, der ebenfalls an der Kirchbühlstrasse 1 eingemietet ist. Anders präsentiert sich die Situation in Bremgarten. Der Polizeiposten sei bereits jetzt nicht mehr permanent besetzt, erklärt Fricker. «Unser Ziel ist es, ihn sobald wie möglich aufzuheben.» Es bestehe ein Mietvertrag bis Mitte 2018. «Es laufen derzeit Abklärungen, ob dieser bereits früher aufgelöst werden kann.»

Der Murianer Sicherheitsvorsteher Heinz Nater freut sich über den Entscheid aus Aarau. «Er kam nicht ganz überraschend», sagt er. Unter anderem, weil man bei der Anhörung breite Unterstützung erfahren habe – etwa von der Gemeindeammännerverei­nigung oder vom Regionalplanungsverband. «Und schliesslich konnten wir mit dem Kosten­argument punkten.»

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

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