SICHERHEIT: Tunnelsanierungen in Milliarden-Höhe

Von den 220 Tunnels in der Schweiz befinden sich 39 in der Zentralschweiz. Bei 10 von ihnen besteht Nachrüstungsbedarf in Sachen Sicherheit.

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Arbeiten im Sonnenbergtunnel. (Archivbild Marco Zanoni/Neue LZ)

Arbeiten im Sonnenbergtunnel. (Archivbild Marco Zanoni/Neue LZ)

«Die schweizerischen Nationalstrassen-Tunnel gehören weltweit zu den sichersten», konstatiert das Bundesamt für Strassen (Astra) in einer aktuellen Mitteilung. Weil sich aber Normen und Richtlinien laufend weiter entwickeln, hat das Astra ein umfassendes Sanierungsprogramm gestartet. Die Hauptarbeiten werden zwischen 2012 und 2016 durchgeführt, es ist mit Kosten von insgesamt 1,2 Milliarden Franken zu rechnen.

Eine Untersuchung des Astra (abgeschlossen 2008) zeigt, dass 126 von 220 Tunnels auf dem schweizerischen Nationalstrassennetz nicht oder nur teilweise den neusten Vorgaben entsprechen. Untersucht wurden Lüftung, Fluchtwege, Signalisation der Sicherheitseinrichtungen und die Energieversorgung.

Arbeiten bis 2020 vorgesehen
Auch bei 10 von 39 Tunnels in der Zentralschweiz müssen Anpassungen vorgenommen werden. Ein paar Details aus der Planung:

  • Beim Reussport- und beim Sonnenbergtunnel im Kanton Luzern werden bis 2011 Massnahmen an der Tunnellüftung und den Fluchtwegen getroffen.  
  • In Sachseln müssen bis 2013 neben den oben genannten Massnahmen auch die Sicherheitseinrichtungen signalisiert werden.  
  • Beim Mositunnel, dem Seelisbergtunnel, dem Tunnel Eich und dem Tunnel Rathausen werden bis 2015 Massnahmen im Bereich der Lüftung, der Fluchtwege und der Signalisation durchgeführt. Im Mositunnel muss zudem die Energieversorgung angepasst werden.  
  • Bis 2018 werden an den Urner Tunnels Teiftal und Platti die Fluchtwege baulich ergänzt.  
  • Bis 2020 werden im Gotthardtunnel die Energieversorgung und die Tunnellüftung verbessert.

Auffällig ist, dass in allen Tunnels des Kantons Uri (mit Ausnahme der Tunnel Taubach und Gotthard) die Sicherheitseinrichtungen besser signalisiert werden müssen.

In Lungern gibt es seit Herbst 2009 eine Übungsanlage, mit der die Ereignisdienste laut Astra Tunnelbrand-Einsätze üben können. Auch in Balsthal (SO) gibt es eine solche Einrichtung.

ana