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SINS: Rettungsplan für das «Einhorn» ist aufgegleist

Die Einhorn Sins AG erwarb im Dezember 2016 den Dorf- und Kulturtreffpunkt am Kreisel: das Restaurant Einhorn. Dies mit dem Ziel, es in bestehender Form weiterzuführen. Verwaltungsratspräsident Jules Bittel berichtet über Konzept und Investitionen.
Cornelia Bisch
Verwaltungsratspräsident Jules Bittel sichert mit der Einhorn Sins AG die Zukunft des Traditionsbetriebs.

Verwaltungsratspräsident Jules Bittel sichert mit der Einhorn Sins AG die Zukunft des Traditionsbetriebs.

Als das Restaurant Einhorn im Zentrum von Sins letztes Jahr zum Verkauf stand, gab es Aufruhr in der Bevölkerung. Es war klar, würde das renovationsbedürftige Gebäude erst in die Hände eines Immobilienspekulanten ­fallen, wäre es verloren und mit ihm ein kulturelles Zentrum für die Gemeinde. Denn der von Wirt Stefano Florida seit 22 Jahren ­geführte Restaurantbetrieb mit Konzert- und Veranstaltungssaal ist ein beliebter Treffpunkt für die Dorfvereine.

Eine Gruppe von Ur-Sinsern und Freunden des «Einhorns» fasste deshalb den Entschluss, die Institution zu erhalten, und gründete die Einhorn Sins AG. Einer der Hauptini­tianten und der heutige Verwaltungsratspräsident ist Jules Bittel, der in Sins aufgewachsen ist und mit seiner Familie im Dorf lebt. «Wir gründeten die Immobilien AG mit 36 Aktionären aus Sins, dem Oberfreiamt und sogar aus Zug und Luzern.» Es seien Kulturinteressierte dabei und Leute, deren Interesse vor allem dem Erhalt des traditionsreichen Gebäudes gilt. «In den letzten zehn Jahren sind einige Gebäude aus dem Dorfkern verschwunden, die vielleicht ebenfalls erhaltenswert gewesen wären. Da sollte nicht auch noch das Einhorn verschwinden.» Ausser Jules Bittel selbst bilden Hugo Hofstetter, Marius Huwiler und Pius Vogel den Verwaltungsrat. Es wurden 640 Aktien mit je einem Nominalwert von 2000 Franken ausgegeben. Das entspricht einem Aktien­kapital von 1,28 Millionen Franken. Die Gemeinde Sins ist keine ­Aktionärin, hat aber der AG ein Darlehen von 200 000 Franken gewährt. Eine Hypothek über 600 000 Franken wurde zusätzlich aufgenommen.

«Wir sind sehr froh um diese Lösung», betont Gemeinderätin Yvonne Notter-Hertlein. «Hätte das ‹Einhorn› nicht in dieser Form weitergeführt werden können, wäre dies ein grosser Verlust gewesen für das ganze Dorf.» Auch den früheren Besitzern ­Kätty und Hansruedi Stauffer war am Erhalt des Betriebs gelegen. «Es gab Kaufinteressenten, die mehr bezahlt hätten», so Bittel. «Aber das Ehepaar Stauffer setzte viel Vertrauen in uns und gab uns den Zuschlag.» Der Wirt Stefano Florida, der das Gebäude und seine Schwächen gut kennt, war von Anfang an dabei. Am 16. Dezember 2016 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet.

Sämtliche Wohnungen, Läden sowie das Restaurant werden auch künftig autonom betrieben. «Der Wirt hat die Verantwortung für die Vermietung des Saals. Das operative Geschäft bleibt ganz ihm überlassen», erklärt Bittel. Florida wollte eigentlich per Sommer 2017 aufgeben, beschloss nun aber, den Betrieb für drei ­Jahre weiterzuführen. «Er unterstützt die kulturellen Anlässe. Im Gegenzug halten wir die Pachtzinsbelastung so gering, dass er moderate Saalmieten anbieten kann.» Aber Tatsache bleibe, dass kulturelle Anlässe für den Wirt wesentlich weniger rentabel seien als etwa Geschäftsbankette.

100000 Franken werden investiert

«Dank des Gemeindedarlehens konnten wir sofort mit den dringend nötigen Renovationen beginnen», berichtet Bittel. Im ersten Jahr werden bereits 100 000 Franken investiert. Dabei versuchen die neuen Eigentümer, den Charakter des Gebäudes zu erhalten. In den Betriebsferien während des Sommers werden der Saalboden und die Restaurantböden saniert, die Fenster erneuert, Beschläge an Türen ersetzt und diverse Malerarbeiten durchgeführt. «An gewissen Stellen hat es reingeregnet. Wir dürfen nun keine Zeit mehr verlieren, damit die Gebäudesubstanz erhalten bleibt.» Auch der 60-jährige Warenlift muss demnächst ersetzt werden. In einem zweiten Schritt wird man sich der Heizanlage und den Elektroinstallationen widmen müssen. Auch die Küche wird gelegentlich an der Reihe sein. «Eventuell werden räum­liche Veränderungen für die Gewerbetreibenden nötig sein und eine Sanierung der Mietwohnungen.» Damit die finanziellen Mittel ausreichen, wollen die Aktionäre vorläufig auf eine Dividende verzichten. «Zudem arbeitet der Verwaltungsrat ehrenamtlich», stellt Bittel klar.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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