«SMARAGD»: Schutz für Zentralschweizer Gebiete beantragt

Das Bundesamt für Umwelt hat dem Europarat 37 Biotope in der Schweiz für die Aufnahme in das europäische Schutzgebietsnetzwerk «Smaragd» vorgeschlagen.

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Blick von oben auf das Hanenried in Giswil (Mitte). (Bild mapsearch.ch)

Blick von oben auf das Hanenried in Giswil (Mitte). (Bild mapsearch.ch)

Drei der Gebiete liegen in der Zentralschweiz: Es handelt sich um die urnerisch-nidwaldnerischen Berggebiete Walenstöcke-Brisen und das Hanenried am Sarnersee in Giswil. Zudem berücksichtigt worden ist das luzern-bernische Gebiet Walenstöcke-Brisen. Um der Besonderheit der Schweiz als Alpenland Rechnung zu tragen, wurden auch höher gelegene Gebiete berücksichtigt. Diese beherbergen Arten, die zwar nicht zwangsläufig gefährdet sind, für die die Schweiz aber eine besondere Verantwortung trägt, so zum Beispiel die Nidwaldner Haarschnecke (Trochulus biconicus), die nur in der Zentralschweiz vorkommt.

Europaweite Dimension
Ein Lebensraum, eine Tier- oder eine Pflanzenart kann in einem bestimmten Land häufig vorkommen und dennoch europaweit als selten oder gefährdet gelten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Aus diesem Grund hat der Europarat im Rahmen der Berner Konvention das Smaragd-Netzwerk initiiert. Die darin erfassten Lebensräume und Arten gelten europaweit als schützens- und erhaltenswert. Jeder Staat ist aufgefordert, seine für die Biodiversität wichtigen Gebiete anzumelden und geeignete Massnahmen zu deren Erhaltung zu treffen.

In der Schweiz wurden im Rahmen einer ersten Studie über die Arten- und Lebensraumvielfalt rund 100 Gebiete identifiziert, die als «Hotspots» der Biodiversität die Kriterien des Smaragd-Netzwerks erfüllen. Am 22. Oktober 2009 hat das BAFU dem Ständigen Ausschuss des Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) in einem ersten Schritt 37 Gebiete für die Aufnahme in das Netzwerk vorgeschlagen.

Verbesserung der Koordination
Alle Vorschläge wurden von den jeweils betroffenen Kantonen gutgeheissen. Die angemeldeten Standorte befinden sich grösstenteils in Gegenden mit zahlreichen Schutzgebieten und umfassen in der Regel mehrere empfindliche Lebensräume, die eine Vielzahl spezifischer Arten beherbergen. Falls diese Vorschläge von der Berner Konvention genehmigt werden, können die bereits ergriffenen Schutz- und Erhaltungsmassnahmen innerhalb dieser weiter gefassten Gebiete künftig besser koordiniert werden. Die Ressourcennutzung und die Pflege der natürlichen Flächen müssen im gesamten Perimeter dieser Gebiete so erfolgen, dass die Erhaltung der Zielarten und -lebensräume gewährleistet ist. Die Kantone können noch weitere Gebiete vorschlagen.

scd