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Tragische Seite des Rekordsommers: Neun tödliche Bergunfälle in der Zentralschweiz

Das schöne Wetter lockt Wanderer in die Berge. Dadurch steigt auch das Unfallrisiko: 80 Todesfälle gab es schweizweit im ersten Halbjahr 2018. Auch in der Zentralschweiz häuften sich die tödlichen Bergunfälle. Ein trauriges Ausnahmejahr bahnt sich an.
Simon Mathis
Die Bergunfälle häufen sich: Im ersten Halbjahr 2018 musste die Rega besonders häufig ausrücken. (Symbolbild: KEYSTONE/Philipp Schmidli)

Die Bergunfälle häufen sich: Im ersten Halbjahr 2018 musste die Rega besonders häufig ausrücken. (Symbolbild: KEYSTONE/Philipp Schmidli)

Die Rega birgt einen toten Berggänger im Mythengebiet. Nahe der Spannorthütte in Uri wird ein Wanderer leblos aufgefunden. Ein 66-Jähriger rutscht über einen steilen Abhang des Stanserhorns und verunglückt tödlich. Auffällig häufig, so scheint es, kam es in den vergangenen Sommermonaten zu tragischen Todesfällen in den Bergen.

Der Eindruck täuscht nicht: Schweizweit kamen im ersten Halbjahr 2018 in den Bergen besonders viele Menschen um. 80 tödliche Bergunfälle hat es in den Monaten Januar bis Juni gegeben – das zeigt eine Zwischenbilanz des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), wie die «NZZ am Sonntag» publik machte. So viele Todesfälle gab es laut SAC-Statistik seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete der SAC schweizweit nur halb so viele Unfälle, nämlich 38. Im gesamten letzten Jahr waren es 154 Todesfälle. Die beiden Hauptgründe für die Unfälle im ersten Halbjahr 2018 sind laut SAC Stürze (44 Tote) und Lawinen (22). 32 der 80 Toten verunglückten bei einer Skitour, 18 beim Bergwandern.

Zahl tödlicher Bergunfälle erstes Halbjahr 2013-2018

201320142015201620172018Halbjahr020406080

Schönes Wetter lockt Wanderer

Zahlen zum Sommer 2018 hat der SAC noch nicht veröffentlicht. Allerdings gibt es guten Grund zur Annahme, dass sich der traurige Trend auch im 3. Quartal fortsetzt. Zum einen sind da die Zahlen der Rega. Zwischen 1. Juni und 15. September 2018 fanden in der Schweiz rund 3'700 Rettungseinsätze mit Rega-Helikoptern statt, wie der Rettungsdienst auf Anfrage mitteilt. 2017 flogen die Rega-Crews im gleichen Zeitraum etwa 3'270 Helikoptereinsätze.

Befragte Experten sind sich einig: Hauptursache für die vermehrten Unfälle ist das schöne Wetter. Wenn mehr Menschen auf die Berge steigen, gibt es mehr Bergunfälle – so lautet die einfache Rechnung. «Die Einsatzzahlen der Rega-Helikopter unterliegen natürlichen Schwankungen. Erfahrungsgemäss wirken sich anhaltende Schönwetterperioden auf die Einsatztätigkeit der Rega aus», sagt Adrian Schindler, Mediensprecher der Rega.

Am meisten Todesfälle in Nidwalden

Auch in der Zentralschweiz zeichnet sich ein Höchstwert ab. Laut SAC gab es letztes Jahr in der Zentralschweiz 11 Bergtote. Schon der Sommer 2018 toppt diese Zahl beinahe: In den Zentralschweizer Bergen gab es im 3. Quartal mindestens 9 tödliche Unfälle. Das ergibt sich aus Zahlen der zuständigen Polizeistellen (siehe Tabelle).

3. Quartal: Tödliche Bergunfälle in der Zentralschweiz

Kanton Anzahl tödliche Unfälle
Nidwalden 5
Obwalden 2
Luzern 1
Uri 1
Zug keine
Schwyz nicht erfasst

Die meisten Todesfälle im Sommer gab es im Kanton Nidwalden: 5 Menschen verunglückten tödlich. In Obwalden waren es 2 – eine Person beim Gleitschirmfliegen, eine andere beim Klettersteig. Im Kanton Luzern gab es einen Bergtoten, der beim Wandern abstürzte. In Uri ist ein tödlicher Bergunfall verzeichnet: Er ereignete sich jüngst im Gebiet Spannorthütte. Die Kantonspolizei Schwyz erfasst die Bergunfälle nicht, im Kanton Zug sind sie aufgrund der Topografie kein Thema.

Bergtote in der Zentralschweiz (inklusive Glarner Alpen)

201020112012201320142015201620170102030

Neben Todesfällen gibt es auch Verletzungen zu beklagen. In Obwalden etwa wurden 14 Personen in den Bergen verletzt, die meisten von ihnen – nämlich 11 – beim Wandern. Die restlichen drei waren ein Gleitschirmflieger, ein Canyoning-Sportler und ein Biker. Die anderen Zentralschweizer Polizeistellen führen keine Statistik zu Unfallverletzungen in den Bergen.

Die Statistik zu den Bergunfällen im dritten Quartal veröffentlicht der SAC im Oktober.

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