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SOMMER: Bei Hitze wirds für die Haustiere brenzlig

Verbrannte Kat­zen­pfoten, kollabierte Meersäuli und Hunde mit Kreislauf­problemen: Wenn es heiss wird, leiden unsere Haus­tiere – und die Tierärzte haben alle Hände voll zu tun.
Pascal Imbach
Tierärztin Käthi Bühler kontrolliert bei der Riesenschnauzerhündin Nala die Schleimhaut, weil diese bei Hitze anschwellen und zu Atemnot führen kann. (Bild Pius Amrein)

Tierärztin Käthi Bühler kontrolliert bei der Riesenschnauzerhündin Nala die Schleimhaut, weil diese bei Hitze anschwellen und zu Atemnot führen kann. (Bild Pius Amrein)

«Glutofen Schweiz!» Schlagzeilen wie diese, haben die vergangenen zwei Wochen geprägt. Und auch wenn das Wetter sich in der Zentralschweiz vorübergehend kurz abgekühlt hat: Die nächste Hitzewelle hat uns bereits wieder im Griff. Wobei mit «uns» auch unsere Haustiere gemeint sind. Sie leiden nämlich ebenso wie wir Menschen unter der Glutofenhitze, wie Tierärztin Käthi Bühler weiss. Sie führt in der Stadt Luzern seit knapp neun Jahren eine Kleintierpraxis. «Die Halter wollen für ihre Haustiere nur das Beste», sagt sie, «trotzdem passieren immer wieder Fehler.»

Gedeckte Käfige, heisse Autos

Fehler wie diesen zum Beispiel: Eine Meerschweinchenbesitzerin will ihre kleinen Nager am schönen Sommerwetter teilhaben lassen und stellt den Käfig in den Garten oder auf die Terrasse. Damit die putzigen Tierchen genügend Schatten haben, bedeckt sie Teile des Käfigs (im schlimmsten Fall: das ganze!) mit einer Decke. Für die Nager ein Horror – denn so kann im Käfig keine Luft mehr zirkulieren. «Er heizt sich so dermassen auf, dass es für die Tiere lebensgefährlich wird – oder sie sogar sterben.» Kreislaufkollaps. Herzinfarkt. Immer wieder passiert es auch, dass Hundehalter die Hitze im Auto unterschätzen. Während man sein Fahrzeug auch nur für kürzeste Zeit verlässt, kann der Aufenthalt im Kofferraum für Bello zum Überlebenskampf werden. «Innert zehn Minuten kann sich ein Auto auf bis zu 70 (!) Grad aufheizen.» Tückisch sei insbesondere auch die Situa­tion, in der man ein Auto im Schatten parkiere, es dann aber nur kurze Zeit später an der prallen Sonne stehe.

Hohes Alter – höchstes Risiko

Bühler und ihre Berufskollegen standen während der vergangenen Hitzetage im Dauereinsatz. Nicht immer gibts in der Praxis ein Happy End. «Zwei Hunde und mindestens zehn Katzen mussten wir in den vergangenen zwei Wochen einschläfern», sagt sie. In den meisten Fällen handelte es sich um ältere Tiere, solche die gesundheitlich bereits angeschlagen waren. «Hohe Temperaturen können ­ihnen dann dermassen zusetzen, dass uns manchmal nichts anderes übrig bleibt, als sie von ihren gesundheitlichen Leiden zu erlösen.»

Leidvoll können Hochsommertage auch werden, wenn sie nicht tödlich enden. «Wir müssen an besonders heissen Tagen manchmal Büsi behandeln, die sich die Pfoten verbrennen, etwa wenn sie draussen über Teer, Blechdächer oder andere sehr heisse Oberflächen gehen.» In der Folge bilden sich Brandblasen, was für die Tiere sehr schmerzhaft ist.

Unter den Hunden ächzen laut Bühler vor allem jene Rassen unter der Hitze, die eine kurze Schnauze und enge Nasenlöcher haben, so wie etwa Möpse oder Terrier. Bei extremer Hitze können Nasen- und Rachenschleimhäute anschwellen, und der sonst schon zu enge Raum bei diesen Rassen führt zu reduzierter Sauerstoffaufnahme. «Die daraus resultierende Atemnot führt im schlimmsten Fall bis hin zum Kollaps», so die Tierärztin.

Viel Schatten, wenig Stress

Bühler rät Hundebesitzern, ihre Vierbeiner an Hitzetagen vor allem morgens und abends zum Spazieren auszuführen. «Ausflüge tagsüber sollten nicht allzu anstrengend sein.» Ansonsten sollte man in erster Linie darauf achten, dass die Tiere viel Schatten und immer genügend zu trinken hätten. Gleiches gilt freilich nicht nur für die Hunde, sondern auch für deren Frauchen und Herrchen.

Pascal Imbach

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