SORGENTELEFON: Zentralschweizer Sorgentelefon klingelte 2016 häufiger

Das Sorgentelefon 143 ist im vergangenen Jahr in der Zentralschweiz öfter angerufen worden als im Vorjahr. Insgesamt gingen knapp 14'000 Hilfeanrufe ein. Daraus ergaben sich rund 10'200 Gespräche, 300 mehr als im Vorjahr. Immer häufiger wählen junge Menschen die Hilfe an.

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Die freiwilligen Helfer der Sorgentelefone haben in der Sommerferienzeit viel zu tun. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Die freiwilligen Helfer der Sorgentelefone haben in der Sommerferienzeit viel zu tun. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Pro Monat suchten über 1100 Anrufer Rat bei dem von den Landeskirchen getragenen telefonischen Hilfsangebot "Die Dargebotene Hand" Zentralschweiz, wie diese am Donnerstag mitteilte. Im Durchschnitt dauerte ein Beratungsgespräch nicht länger als 30 Minuten. Immer mehr suchten wegen Problemen in der Alltagsbewältigung oder mit der Psyche Hilfe.

Ein Viertel der Ratsuchenden rief aus einer akuten Krise heraus an. Über ein Drittel waren zuvor unter einer dauernden Belastung wie etwa psychischen Problemen gestanden. Suizid und Suizidgefährdung dagegen beschäftigten etwa ein Prozent der Anrufenden.

Laut dem Sorgentelefon zeigt sich ein Trend zur Verjüngung der Anrufenden bei Einsamkeit und Gewalt. Früher seien vor allem ältere Menschen von der Einsamkeit betroffen gewesen. Heute seien es auch Junge, da der moderne Medienkonsum oft nur virtuelle Kontakte zulasse und kein intaktes Umfeld wie eine Familie vorhanden sei.

Ein Grossteil der Anrufenden sind Frauen. Sie bevorzugen eine Beratung am Telefon. Männer hingegen warten laut Mitteilung länger bis sie Hilfe suchen und bevorzugen die Online-Beratung per E-Mail oder Chat. (sda)