Spannender Kampf um zwei Sitze

Die fünf Bisherigen, die zu den Schwyzer Regierungsratswahlen vom Sonntag antreten, haben gute Chancen, ihren Sitz zu verteidigen. Um die beiden frei werdenden Sitze kämpfen vier Kandidaten.

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Wer zieht am 11. März ins Rathaus ein? (Bild: Manuela Jans  / Neue LZ)

Wer zieht am 11. März ins Rathaus ein? (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Eingeläutet wurden die Schwyzer Wahlen schon im letzten Herbst: Die zwei bisherigen Regierungsräte Armin Hüppin (SP, Vorsteher des Departementes des Innern) und Peter Reuteler (FDP, Vorsteher des Sicherheitsdepartementes) kündigten an, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Der derzeitige Landammann Hüppin beendet damit seine Regierungsratstätigkeit nach zwölf Jahren, Peter Reuteler nach acht Jahren. Primär wären damit im Regierungsrat der einzige SP-Sitz und ein Sitz der FDP neu zu besetzen.

Fünf Bisherige treten wieder an

Die übrigen fünf bisherigen Regierungsräte treten zur Wiederwahl an: Kurt Zibung von der CVP nach 16 Amtsjahren, Walter Stählin von der SVP nach deren acht, Andreas Barraud von der SVP nach seiner ersten vierjährigen Amtsperiode und die beiden erst seit zwei Jahren amtenden Othmar Reichmuth (CVP) und Kaspar Michel (FDP). Über langjährige Regierungserfahrung verfügen somit von den Bisherigen nur gerade Zibung und Stählin, während Barraud, Reichmuth und Michel erst seit wenigen Jahren in der Regierung mitwirken. Zibung sitzt als langjähriger Volkswirtschaftsdirektor und früherer Bildungsdirektor fest im Sattel, dies gilt auch für Stählin, der sein Bildungsdepartement gut im Griff hat. Etwas ins Schussfeld der Kritik geraten ist kürzlich einzig Umweltdirektor Barraud, der da und dort im Kanton unbequeme Bundesentscheide zu Gunsten der Natur durchsetzen muss.

Reichmuth und Michel sind noch so neu im Amt, dass sie annehmen können, ihre erst zwei Jahre zurückliegenden guten Wahlresultate von 2010 wiederholen zu können. Zudem: An eine Nichtwiederwahl bisheriger Regierungsräte kann man sich im Kanton Schwyz eigentlich nicht erinnern. Kommt hinzu, dass wohl keinem der fünf Wiederkandidierenden irgendwelche grossen Fehlleistungen vorgeworfen werden könnten.

Kurz Zibung, CVP, bisher. (Bild: Neue SZ)
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Othmar Reichmuth, CVP, bisher. (Bild: Neue SZ)
Kaspar Michel, FDP, bisher. (Bild: Neue SZ)
Walter Stählin, SVP, bisher. (Bild: Neue SZ)
Andreas Barraud, SVP, bisher. (Bild: Neue SZ)
Stefan Aschwanden, CVP. (Bild: Neue SZ)
Patrick Schönbächler, SP. (Bild: Neue SZ)
Petra Steimen, FDP. (Bild: Neue SZ)
André Rüegsegger, SVP. (Bild: Neue SZ)

Kurz Zibung, CVP, bisher. (Bild: Neue SZ)

SP mit früherem Kantonsratspräsident

Spannend ist der Kampf um die beiden frei gewordenen Sitze von Hüppin und Reuteler. Im Fall von Hüppin hat seine Partei, die SP, den Einsiedler Rechtsanwalt und früheren Kantonsratspräsidenten Patrick Schönbächler ins Rennen geschickt. Er gilt als gemässigter SP-Politiker, der sich in seiner Kantonsratszeit Anerkennung auch in den anderen Fraktionen holen konnte. Die SP will mit Schönbächler ihren seit Jahrzehnten besetzten einzigen linken Sitz im Regierungsrat verteidigen. Dabei kann sie sich auf die Unterstützung von Grünen, Gewerkschaften und anderen zugewandten Kreisen verlassen, wie die für Andy Tschümperlin erfolgreichen Nationalratswahlen vom vergangenen Herbst zeigten.

FDP stellt die einzige Kandidatin

Ebenfalls nicht abgeben möchte die FDP ihren zweiten Sitz, den Peter Reuteler innehatte. Die FDP schickte dafür mit Petra Steimen aus Wollerau die einzige Frau in die Regierungsratswahlen. Steimen ist Gewerblerin und Kantonsrätin und sieht sich als gut vernetzt in mehreren Regionen des Kantons.

Angriff auf SP und FDP

Sowohl die SP als auch die FDP werden ihre beiden bisherigen Sitze aber nicht kampflos wiedererobern können. Denn die beiden anderen Kantonsratsparteien, also CVP und SVP, haben hier den Kampf angesagt. Die CVP schickt den Goldauer Rechtsanwalt und früheren Kantonsrat Stefan Aschwanden als Kampfkandidaten ins Rennen. Die CVP will wieder drei Sitze, wie sie sie bis 2010 hatte.

Die SVP wiederum ist überzeugt, mit ihrem hohen Wähleranteil von über 34 Prozent, den sie bei den nationalen (Proporz-)Wahlen vom letzten Herbst an den Tag legte, einen Anspruch auf ebenfalls drei Sitze im Regierungsrat zu haben. Diesen dritten Sitz will sie mit dem Brunner Rechtsanwalt und Kantonsrat André Rüegsegger holen. In diesem Viererrennen um die beiden frei werdenden Sitze gelten Schönbächler und Aschwanden als die Favoriten. 

Zwei Wahlgänge notwendig?

Regierungsratswahlen sind im Kanton Schwyz Majorzwahlen. Darum hängt die parteipolitische Zusammensetzung des Regierungsrats nicht direkt von der Stärke der einzelnen Parteien ab. Gewählt ist, wer das absolute Mehr erreicht. Können im ersten Wahlgang nicht alle sieben Sitze besetzt werden, findet am 29. April ein zweiter Wahlgang statt.

Bert Schnüriger