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Spinnen tut gut

Susanne Holz über den neusten Teenie-Trend: Der Fidget Spinner.
Susanne Holz
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Bis vor ein paar Tagen wusste ich nicht, was ein Fidget Spinner ist. Dann kam mein Kind, sagte: «Mama, ich brauche unbedingt einen Fidget Spinner.» Als gute Mutter sah ich die Dringlichkeit in den Augen des Kindes und zog los, einen Fidget Spinner zu kaufen. In Zug, in Luzern, gefühlt in der ganzen Schweiz, lächelten mich die Verkäufer an und sagten: «Tut uns sehr leid, Fidget Spinners sind ausverkauft. Alle wollten einen haben, alle.»

Ob Coop, Manor, Interdiscount, das neue Spielzeug für alle war vergriffen. Dieser seltsame kleine Propeller (englisch «spinner»), den man sich drehend sogar auf die Nase setzen kann, so mein Kind, musste zigfach über die Ladentheken gegangen sein, um sich in Herz und Hand der glücklichen Besitzer zu zappeln (englisch «to fidget»). Wie wunderbar sinnlos! Auf der Suche nach diesem absurden Gegenstand war mir bewusst: Nichts entspannt uns mehr, als uns sinnfreien Dingen hinzugeben, die die Welt nicht braucht. Wie Fussball, Fernsehserien, Fidget Spinner.

Und wie schön, dem Nachwuchs seine Liebe zu zeigen, indem man Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um einen eigenartigen kleinen Propeller für ihn zu ergattern. Erfolglos auf Einkaufstour, kam meine Fantasie so richtig in Schwung: Einen Regenbogen würde ich biegen (das ist jetzt geklaut von Rio Reiser), mich auf diesem in fremde Galaxien schwingen und sämtliche Interdiscounts des Universums intergalaktisch abklappern. Wow. Schlussendlich half dann das Internet, an den Spinner zu kommen. Ein Segen. Denn Spinnen tut gut.

Susanne Holz

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