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SPITÄLER: Eingriffe am Auge nur noch in Luzern möglich?

Das Spital Schwyz hat seinen Augenärzten gekündigt. Damit sind Graue-Star-Operationen nur noch in Luzern möglich.
Jürg Auf der Maur
Die Patienten sind mit dem Spital Schwyz zufrieden. (Archivbild Sandrine Hedinger)

Die Patienten sind mit dem Spital Schwyz zufrieden. (Archivbild Sandrine Hedinger)

Die neueste Sparrunde, mit welcher Bundesrat Alain Berset die Kosten im Gesundheitswesen reduzieren will, hat unmittelbare Folgen für das Spital Schwyz. «Wir haben drei Belegärzten für die Augenmedizin vorsorglich im gegenseitigen Einvernehmen gekündigt und suchen nun mit Hochdruck nach alternativen Lösungen. Das wird aber nicht einfach sein», bestätigt Didier Naon, Chefarzt Anästhesie und Zuständiger für die Belegärzte, Informationen unserer Zeitung.

Hintergrund dieser «prophylaktischen» Kündigungen ist der vom Bundesrat beschlossene Tarifeingriff, der die Vergütungen für Gastroenterologen, Radio­logen, Kiefer- und Gesichtschirurgen sowie Kardiologen im Schnitt um 10 Prozent, jene für Augenärzte um 4 Prozent und diejenigen für Psychiater um 2,7 Prozent kürzen wird. Damit sollen gesamtschweizerisch insgesamt 470 Millionen Franken pro Jahr im Gesundheitswesen eingespart werden können.

Operationen bereits jetzt nicht kostendeckend

Im Zentrum steht im Spital Schwyz nun die Augenmedizin. Vieles sei zwar im Moment noch offen, doch mit der weiteren Tarifanpassung drohe die Augenmedizin, konkret die Behandlungen beim grauen Star, definitiv zu einem Verlustgeschäft zu werden, betont Naon.

Im Spital Schwyz wurden in den letzten Jahren jeweils im Durchschnitt 200 bis 250 Graue-Star-Operationen durchgeführt. Das war gemäss Didier Naon bereits jetzt kaum kostendeckend machbar. «Mit den neuen Tarifen würden solche Eingriffe in Schwyz aber definitiv zum Verlustgeschäft», sagt der zustän- dige Schwyzer Arzt. Ganz allgemein gehe die Entwicklung im Gesundheitsbereich derzeit immer stärker hin zu ambulanten Behandlungen – das heisst weg von stationären Aufenthalten in den Spitälern. Mit den neuen Tarifen akzentuiere sich diese unbefriedigende Situation noch weiter.

Für Patienten, welche bisher in Schwyz den grauen Star behandeln konnten, bedeutet das, dass sie in der Zentralschweiz nur noch im Kantonsspital Luzern oder in privaten Augenkliniken behandelt werden könnten. Luzern würde damit quasi zur «letzten Bastion». Das Kantonsspital Luzern hat als grosses Zentrumsspital der Region jedenfalls einen diesbezüglichen Leistungsauftrag. In den anderen Spitälern der Umgebung zeigt sich die Situation anders. Einsiedeln verzichtet auf Operationen im Augenbereich und bietet diese nicht an. «Wir mussten unserem Augenarzt bereits vor eineinhalb Jahren aus den gleichen Gründen kündigen», sagt Eve­lyne Reich, Direktorin im Spital Lachen. Und auch im Kantonsspital Zug werden solche Eingriffe nicht angeboten. Patienten werden da zu Privatpraxen verwiesen, ein entsprechender Leistungsauftrag fehlt.

Tiefere Prämien schon ab 2018?

Die Tarifsenkung respektive den Tarifeingriff hat der Bundesrat Mitte August im Grundsatz definitiv beschlossen. Der Eingriff soll bereits bei der Prämienrunde 2018 spürbar sein. Laut Schätzungen des Kassenverbandes Curafutura stiegen die Krankenkassenprämien aufgrund der Korrekturen des Bundes im kommenden Jahr um 2,5 bis 3,5 Prozent statt der bis jetzt berechneten 4 bis 5 Prozent. Die Prämien für 2018 werden voraussichtlich im September bekanntgegeben. Der Vorschlag ist eine stark abgespeckte Version. Ursprünglich hätten sogar 700 Millionen Franken eingespart werden sollen.

Jürg Auf der Maur

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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