SPITÄLER: Nach der Operation nach Hause: Die 13er-Liste könnte Karriere machen

Ambulant vor stationär: Die Zentralschweizer Kantone verfolgen die Entwicklung aufmerksam und prüfen die Einschränkung von stationären Spitalbehandlungen.

Balz Bruder
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Das Luzerner Kantonsspital (im Bild eine Operation in der Chirurgieabteilung) soll ein neues
Informatiksystem erhalten. Damit werden auch Prozessabläufe bei Operationen definiert. (Archivbild Nadia Schärli)

Das Luzerner Kantonsspital (im Bild eine Operation in der Chirurgieabteilung) soll ein neues Informatiksystem erhalten. Damit werden auch Prozessabläufe bei Operationen definiert. (Archivbild Nadia Schärli)

Balz Bruder

balz.bruder@luzernerzeitung.ch

Auch wenn die Liste mit 13 Eingriffen, für die der Kanton Luzern ab Mitte Jahr in der Regel eine ambulante statt eine stationäre Spitalbehandlung vorsieht, auf Kritik in der Ärzteschaft stösst: Das Prinzip «ambulant vor stationär» fällt in den Zentralschweizer Kan­tonen auf fruchtbaren Boden. Jedenfalls wird die Schweizer Premiere des Kantons Luzern aufmerksam verfolgt, wie eine Umfrage unserer Zeitung beweist.

Und dies nicht von ungefähr: Erstens ist die Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich bei den Kantonen derzeit ein grosses Thema, weil sie bei den ambulanten im Gegensatz zu den stationären Behandlungen keinen Kostenanteil leisten. Zweitens entspricht der Vorrang des Ambulanten einem Patientenbedürfnis. Drittens können dank dem medizinischen Fortschritt immer mehr Untersuchungen und/oder Behandlungen bei gleicher Qualität kostengünstiger durchgeführt werden. Und viertens können Fehlan­reize, die Spitäler und Krankenversicherer für Zusatzversicherte bei lukrativeren stationären Behandlungen setzen, zumindest teilweise eliminiert werden.

Zum Beispiel im Kanton Zug, wo die Diskussionen bereits weit gediehen sind. Beatrice Gross, Generalsekretärin der Gesundheitsdirektion, sagt auf Anfrage: «Auch der Kanton Zug prüft die Einführung einer ähnlichen Liste, die Gesundheitsdirektion ist mit entsprechenden Abklärungen befasst.» Der Zeitpunkt der Einführung sei allerdings noch nicht bestimmt, führt Gross aus.

Ähnlich tönt es im Amt für Gesundheit und Soziales des Kan­tons Schwyz: «Wir beobachten die Entwicklungen aktiv und werden die Erfahrungen der anderen Kantone analysieren», bestätigt Amtsleiter Rolf Wespi. Gestützt darauf werde der Kanton Schwyz entscheiden, «ob ein solches Vorgehen aus versorgungspolitischer Sicht angezeigt ist».

Nidwalden hat Position noch nicht bezogen

Und auch im Kanton Uri laufen Abklärungen, wie Roland Hartmann, Generalsekretär der Gesundheitsdirektion und Vorsteher des Amts für Gesundheit, sagt: «Wir verfolgen die Diskussion und die Weiterentwicklung der 13er-Liste im Kanton Luzern mit grossem Interesse. Bevor wir jedoch über die allfällige Einführung einer solchen Liste entscheiden, wollen wir eine konkrete Beurteilung der Situation vornehmen.» Zu diesem Zweck hat der Kanton das Gespräch mit dem Kantonsspital Uri aufgenommen und die Verantwortlichen zur Stellungnahme eingeladen. Weiter wird das Thema am nächsten ordentlichen Treffen mit dem Spitalrat besprochen. «Anschliessend wird die Gesundheitsdirektion Uri über das weitere Vor­gehen entscheiden.»

Etwas weniger forsch ist das Tempo in Obwalden: Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts, sagt, ein analoges Vor­gehen zu jenem im Kanton Luzern sei «noch nicht festgelegt». Allerdings setze sich auch der Kanton Obwalden «mit entsprechenden Bestrebungen» auseinander. Eine Blaupause des Luzerner Vorgehens werde es in Sarnen allerdings nicht geben, führt Csomor aus, zumal auch kantonsspezifische Gegebenheiten, wie zum Beispiel die Spitalversorgung der Engelbergerinnen und Engelberger, in die Überlegungen einzufliessen hätten.

In Stans schliesslich präsentiert sich die Ausgangslage so: Der Regierungsrat wird sich an der nächsten Landratssitzung Mitte Februar zum Thema äussern, wie Andreas Scheuber, Direktionssekretär der Gesundheits- und Sozialdirektion, auf Anfrage sagt. Dies vor dem Hintergrund, dass ein einfaches Auskunftsbegehren in der Sache eingereicht wurde. Deshalb kann sich Scheuber zum heutigen Zeitpunkt materiell nicht äussern. Die Gesundheitsdirektion ist derzeit mit der Beantwortung befasst. Man darf gespannt sein, wie sich der Luzerner Spitalpartnerkanton positionieren wird.