Spitäler warnen vor Personalproblemen

Ausländische Arbeitskräfte sind für die Spitäler unverzichtbar. Die nun drohende Beschränkung stösst in der Zentralschweiz auf Kritik.

Jérôme Martinu
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In den Zentralschweizer Spitälern stammen bei Pflegepersonal und Ärzten viele Mitarbeiter aus EU-Staaten. (Symbolbild Keystone)

In den Zentralschweizer Spitälern stammen bei Pflegepersonal und Ärzten viele Mitarbeiter aus EU-Staaten. (Symbolbild Keystone)

Soll die Einwanderungsbeschränkung auf alle EU-Staaten ausgeweitet werden? Der Bundesrat prüft dies ernsthaft (siehe Kasten). Dieses Szenario lässt im Gesundheitssektor die Warnlampen aufleuchten. Denn für die Spitäler in der Zentralschweiz sind EU-Bürger ein massgeblicher Personalbestandteil, wie Umfragen unserer Zeitung zeigen. Ernst Frank, Geschäftsführer der Vereinigung Spitäler Zentralschweiz, sagt etwa: «Die Ventilklausel kann, wenn sie ausgedehnt wird, massiven Einfluss haben.» Er beurteilt die geplante Kontingentierung kritisch, vor allem in Bezug auf die Jobnachfolge beim EU-Personal. Viele Ärzte besetzten befristete Stellen. «Ist die Nachfolge nicht verbindlich nahtlos planbar, so wird es schwierig, beispielsweise Dienste aufrechtzuerhalten.» Gemäss Frank dürfte die Ventilklausel «auch die Kantone in Bedrängnis bringen», denn sie müssten die Versorgungssicherheit gewährleisten.

In Einheimische investieren

Im Luzerner Kantonsspital mit über 5700 Mitarbeitern kommt jeder siebte, im Kantonsspital Zug jeder achte der rund 850 Angestellten aus der EU, vorwiegend aus Deutschland.

Der Zuger Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann mahnt derweil an, wieder vermehrt in die Ausbildung einheimischer Fachkräfte zu investieren.

Stichtag Ende Mai

Überschreitet die Zahl der Einwanderer aus EU-Staaten zwischen dem 1. Juni 2012 und dem 31. Mai 2013 die Schwelle von 56'280 Personen, könnte der Bundesrat die Ventilklausel für alle EU-Staaten einführen. Der Entscheid dürfte nicht vor April fallen.

Die Ventilklausel im Personenfreizügigkeitsabkommen dient dazu, dass die Schweiz die Zuwanderung von EU-Bürgern mit Kontingenten beschränken kann. Wegen der starken Zuwanderung ist es wahrscheinlich, dass die Voraussetzungen in den nächsten Monaten erfüllt sein werden.

red

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