SPITALVERSORGUNG: Beschwerde gegen Schwyzer Spital-Tarif-Entscheid eingelegt

Die Verhandlungsgemeinschaft HSK (Helsana, Sanitas, KPT) wehrt sich gegen den Entscheid des Schwyzer Regierungsrats zum Basispreis für die Fallpauschalen an den drei Spitälern im Kanton. Sie zieht deswegen vor das Bundesverwaltungsgericht.

Drucken
Teilen
Das Bundesverwaltungssystem in St. Gallen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Das Bundesverwaltungssystem in St. Gallen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Der Regierungsrat setzte einen Basispreis von 9828 Franken fest. Er berücksichtige damit weder das regionale noch das nationale Preisniveau, teilte die HSK am Mittwoch mit. Der Tarif halte dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Krankenversicherungsgesetzes nicht stand.

2016 waren die Tarifverhandlungen mit den Spitälern Einsiedeln, Lachen und Schwyz über die Fallpauschalen (Baserate) im Bereich der stationären Akutsomatik gescheitert. Der Regierungsrat musste in der Folge den Basispreis festlegen. Er setzte diesen Anfang Juli rund 150 Franken über den bislang provisorisch geltenden Tarifen an.

Gegen diesen Entscheid reicht die HSK Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. "Der Schwyzer Regierungsrat hat seine Hausaufgaben nicht gemacht", sagte Daniel Maag, Leiter Region Deutschschweiz bei der HSK auf Anfrage. Die Behörde habe als Grundlage einen Fallkostenvergleich mit dem Kanton Zürich herangezogen, was aus Sicht der HSK nicht mehr zulässig sei.

So habe die HSK selbst mit den meisten Zürcher Spitälern mittlerweile einen Tarif unter dem in Schwyz vorgeschlagenen Preis. Und auch in der Innerschweiz liege die Baserate um die 6200 Franken – mehr bezahle die HSK einzig im Luzerner Kantonsspital.

Während die Pauschalen bei Uni-Spitälern höher seien, weil diese hochdefizitäre und Hochkostenfälle übernehmen müssten, würden solche Patienten an den Spitälern im Kanton Schwyz gar nicht behandelt. Das Bundesverwaltungsgericht als letzte Instanz kann nun laut Maag selber einen Tarif festsetzen oder aber vom Kanton Schwyz eine Neubeurteilung verlangen.

Die Einkaufsgemeinschaft HSK ist eine eigenständige Aktiengesellschaft und führt für Helsana, Sanitas und KPT den Einkauf medizinischer Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) durch. Sie vertritt nach eigenen Angaben 2,2 Millionen Grundversicherte, was rund 30 Prozent des Marktes entspricht.

 

sda