SPORTVEREIN: Mit Rädern statt Kufen geht’s auch ohne Eis

Am nächsten Wochenende kann sich am Turnier der Z-Fighters jeder als Inlinehockey-Spieler versuchen. Präsident Marco Camenzind und Nati-A-Spieler Ken Häfliger stellen Sportart und Verein vor.

Cornelia Bisch
Drucken
Teilen
Erfolgreiche, engagierte Z-Fighters: Nati-A-Spieler Ken Häfliger (links) und Präsident Marco Camenzind.

Erfolgreiche, engagierte Z-Fighters: Nati-A-Spieler Ken Häfliger (links) und Präsident Marco Camenzind.

Eigentlich ist alles gleich wie auf dem Eis. Die Inlinehockey-Spieler schieben mit Stöcken den Puck ins gegnerische Tor, tragen Helme mit Visier, gepolsterte Sportkleider, Handschuhe und – als einziger Unterschied – Schuhen mit Rollen anstelle von Kufen. Auch die Regeln des Spiels sind ziemlich ähnlich. «Inlinehockey ist nicht zu verwechseln mit Roll- oder Streethockey», präzisiert Marco Camenzind, seit neun Jahren Präsident des Inlinehockey-Klubs Z-Fighters Oberrüti-Sins und selbst ausschliesslich Plausch-Spieler. «Inlinehockey ist aus dem Bedürfnis der Eishockeyspieler entstanden, sich auch im Sommer, wenn die Eishallen geschlossen sind, fit zu halten und ihre Technik zu trainieren.» Deshalb ist der Sport ebenso ausrüstungsintensiv. Hinzu kommt der Umstand, dass die Alternative zum Eis nicht etwa aus Asphalt oder Gummi besteht, Belägen, mit denen die meisten Schulsportplätze und -hallen ausgestattet sind. «Wir nutzen zwar die Turnhallen für Ausdauer- und Krafttraining. Für Spieldurchgänge und Wettkämpfe jedoch benötigen wir Hallen mit einem speziellen Inlinehockey-Belag.»

Da es im Oberfreiamt keine derart ausgerüsteten Hallen gibt, mietet sich der Verein in Hochdorf, Sursee oder Kaltbrunn, dem Mekka des Inlinehockey-Sports, ein. Die Mietkosten belasten das Budget des Vereins beträchtlich, sodass hin und wieder Anlässe organisiert werden, welche die Kasse klingeln lassen. So findet anlässlich des Saisonendes am kommenden Wochenende das alljährliche Plauschturnier mit Festwirtschaft und Partyabend auf dem Sportplatz in Oberrüti statt, an dem jeder sein Glück versuchen kann.

Bald 20-jähriger Verein

Im Oktober 2017 starten die ­Z-Fighters in ihre 20. Saison. Die Vereinsgründung geht auf neun hockeybegeisterte Jungs zurück, die jeweils gemeinsam auf dem Sportplatz in Oberrüti spielten und gelegentlich an Turnieren teilnahmen. «Sie traten zuerst der Rollhockeyliga bei und später dem Verband Inlinehockey Schweiz IHS», erinnert sich Camenzind. Man nahm an Meisterschaften teil und baute Nachwuchsteams auf. «Heute sind wir mit 174 Mitgliedern aus den Regionen Freiamt, Zug und Luzern der grösste Inlinehockey-Verein der Schweiz. Wir führen vier Aktivmannschaften, fünf Juniorenmannschaften und die Kinderhockeyschule für die Vier- bis zirka Siebenjährigen.» Auch ein Frauenteam schwebt Camenzind vor. «Natürlich dürfen Mädchen bei uns auch mitmachen. Aber in der Regel sind sie den Jungs spätestens im Teenageralter körperlich unterlegen, weshalb eine reine Frauenmannschaft eine tolle Bereicherung für den Verein wäre.» Erklärtes Ziel der Z-Fighters ist es, wieder in die Nationalliga A aufzusteigen. In der vorletzten Saison ist der Klub abgestiegen, in der letzten hat er den Aufstieg knapp verpasst. Mit Spielern wie dem 22-jährigen Ken Häfliger ist der Aufstieg jedoch nur eine ­Frage der Zeit. Seit zwei Jahren spielt er in der A-Nationalmannschaft, hat an der Weltmeisterschaft in Argentinien teilgenommen sowie diesen Sommer an den World Games in Polen, an denen die Mannschaft den dritten Rang belegte. Momentan findet die Weltmeisterschaft in China statt, an welcher der junge Sportler aus Muri ebenfalls teilnimmt. «Mich fasziniert die Schnelligkeit dieser Sportart», sagt er. «Es braucht höchste Konzentration.» Ausserdem ist Ken Häfliger ein Teamplayer und schätzt den Mannschaftssport. Pro Saison verbraucht er einen bis zwei Sätze Rollen, zwei Paar Handschuhe und vier bis acht Stöcke. «Bei den Kindern ist der Verbrauch aber bei weitem nicht so gross», wehrt Camenzind ab. «Ausserdem gibt es günstige Ausrüstung, die für Anfänger absolut ausreicht. So ist dieses Hobby gut bezahlbar.»

Ernsthafte Verletzungen kommen kaum vor. «Aber natürlich gibt es mal einen Zusammenstoss, von dem blaue Flecken zurückbleiben.» Anders als beim Eishockey sind Bandenchecks jedoch nicht erlaubt. Kinder ab vier Jahren können ohne Ausrüstung bei einem Training der Kinder­hockeyschule reinschnuppern.

 

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis

9. und 10. September, ab 10 Uhr Inlinehockey-Turnier auf dem Hartplatz in Oberrüti. Weitere Informationen: www.zfighters.ch