STAATSBESUCH: Sackmesser und Säbel für den eiligen Gast

Der Blitzbesuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in der Zentralschweiz ist Geschichte. Zum Abschluss gabs Souvenirs aus Schwyz und Uri.

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Dmitri Medwedew betrachtet ein Schweizer Armeemesser, das ihm im Bundesbriefmuseum überreicht wurde. Rechts Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Bild EQ)

Dmitri Medwedew betrachtet ein Schweizer Armeemesser, das ihm im Bundesbriefmuseum überreicht wurde. Rechts Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Bild EQ)

Der zweite Tag in der Schweiz begann für Medwedew mit einem Treffen. So kam er in Bern im Hotel Bellevue mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jaques Rogge, zusammen. Bei dem Gespräch unterstrich er den hohen Stellenwert, den Russland den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2014 in Sochi einräume.

Kurz nach dem Treffen flog Medwedew in einem Super-Puma-Helikopter dann ohne seine Gattin nach Andermatt. Seine Maschine wurde dabei von weiteren drei Helikoptern begleitet.

In Andermatt angekommen setzte sich der Wagentross in Richtung Schöllenenschlucht in Bewegung. Autos der russischen Regierung waren hierfür extra in die Schweiz geflogen worden. Medwedew wurde dabei auch von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz begleitet.

Medwedew liess beim Suworow-Denkmal in der Schöllenen einen Blumenkranz niederlegen. (Bild EQ)

Mehrere Strassen gesperrt
Wie bereits am Vortag bei seiner Reise vom Zürcher Flughafen nach Bern und während seines Aufenthalts in Bern war wiederum ein riesiges Sicherheitsdispositiv auf die Beine gestellt worden. So standen Polizisten des Zentralschweizer Polizeikonkordats sowie von anderen Kantonen im Einsatz, wie der Urner Polizeisprecher Karl Egli auf Anfrage sagte. Zudem wurden mehrere Strassen vorübergehend gesperrt, darunter die Schöllenenstrasse und in Fahrtrichtung Nord der Gotthardstrassentunnel.
 
Am Suworow-Denkmal legte Medwedew kurz nach 11.00 Uhr einen Kranz nieder und sprach eine kurze Würdigung, wie Linda Shepard vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sagte. Die Alpenüberquerung durch den russischen General Alexander Suworow jährt sich in diesem Jahr zum 210. Mal. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von den Suworow-Kadetten, welche traditionell in der Schweiz auftreten.

Das Gros der zahlreichen Journalisten konnte den Festakt nur von der 150 Meter entfernten Teufelsbrücke aus beobachten. 

Mit dem Dampfschiff nach Brunnen
Nach der rund viertelstündigen Besichtigung setzte sich der Wagentross in Richtung Flüelen in Bewegung. Dort bestieg die Delegation das Dampfschiff «DS - Schiller». Auf dem Schiff, welches nach Brunnen fuhr, wurde ein Mittagessen serviert. Als nächstes Ziel stand das Bundesbriefmuseum in Schwyz auf dem Programm. Dort wurde Medwedew ein Schweizer Armeemesser sowie ein historischer Säbel überreicht, der nach dem Durchmarsch der Suworow-Truppen im Jahr 1799 zurückblieb. Aus Uri hatte der Staatsgast einen alten Stich von der Schöllenen erhalten.

Video vom Besuch in der Schöllenen. (Beitrag Gusti Gretener)

Die offizielle Verabschiedung des Staatsgasts fand am Flughafen Zürich statt. Dort sah Medwedew vor dem Flug an die UN-Generalversammlung in New York auch seine Frau Swetlana Medwedewa wieder. Diese hatte der Stadt Bern am Dienstagmorgen offiziell die zwei jungen Bären «Mischa» und «Mascha» als Gastgeschenk überreicht.

 red/ap

Mehr zu Medwedews Besuch in der Zentralschweiz lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und deren Regionalausgaben.