Kommentar
Laptops an Luzerner Schulen: Wichtig ist, kritisch zu bleiben

Die Digitalisierung im Unterricht lässt sich nicht aufhalten. Dabei müssen die Verantwortlichen aber auch eingreifen, wenn es zu viel wird.

Matthias Stadler
Matthias Stadler
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Tablets und Laptops halten vermehrt Einzug in die Klassenzimmer. Davon betroffen sind nicht nur die Kantons- und Berufsschulen. Auch die Jüngeren erhalten Geräte. In den Sekundarschulen der Stadt Luzern erhält beispielsweise jede Schülerin und jeder Schüler ein Gerät. Auch die Erstklässer lernen den Umgang mit der Technologie bereits – pro vier Schüler wird dort ein Tablet verteilt.

Schüler verwenden immer öfters Laptops an Schulen, wie hier an der Sekundarschule Utenberg.

Schüler verwenden immer öfters Laptops an Schulen, wie hier an der Sekundarschule Utenberg.

Bild: Patrick Hürlimann (22. Juni 2022)

Das kann man gut oder schlecht finden. Tatsache ist: Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten. Es ist folgerichtig, dass sie auch im Unterricht eine stärkere Rolle spielt. Die Geräte bringen pädagogische Möglichkeiten mit sich, von denen die Lehrerinnen und Lehrer noch vor 20 Jahren nur träumen konnten. Und während der Pandemie waren sie oft ein Segen.

Doch sie bringen eben auch Gefahren mit sich. Dass man sich als Zwölfjähriger im Schulalltag leicht ablenken lässt, wissen wir alle aus eigener Erfahrung. Und dass die Schüler heute vermehrt Leseschwächen haben, zeigen Untersuchungen. Zwar ist nicht klar, ob die Laptops dafür verantwortlich sind. Trotzdem ist es unabdingbar, bei der Verwendung von digitalen Geräten im Unterricht kritisch zu bleiben. Die Schulen müssen sich fragen: Braucht es den Computer für diese Aufgabe wirklich? Die Verantwortlichen sind gut beraten, die Entwicklung eng zu verfolgen und bei negativen Begleiterscheinungen den Laptop auch mal eine Zeit lang aus dem Klassenzimmer zu verbannen.