Stadt Luzern
Littauerberg: Stadtrat will Auswirkungen der Teilsperrung prüfen

Die Exekutive betont, wie gefährlich die Nord-Süd-Verbindung über den Littauerberg ist.

Simon Mathis
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Der Luzerner Stadtrat will den Durchgangsverkehr über den Littauerberg stoppen. Er hat deshalb Teilfahrverbote auf den dortigen Strassen beschlossen und damit in ein Bienennest gestochen: Per Interpellation verlangten die bürgerlichen Parteien am Donnerstag im Grossen Stadtrat Erklärungen. Marco Baumann (FDP) monierte, dass Strassen «ohne Not und ohne Bedürfnis aus dem Quartier» gesperrt würden. Insbesondere wegen seiner «ungeschickten» bis «schlechten» Kommunikation musste der Stadtrat Kritik einstecken. Er habe die Nachbargemeinden sowie den Quartierverein zu spät informiert.

Diesen Vorwurf wies Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) entschieden zurück: «Selbstverständlich haben wir mit den Beteiligten gesprochen.» Der Aufschrei sei nicht wegen der Kommunikation erfolgt, sondern wegen des Inhalts. Der Stadtrat bleibe jedoch bei seiner Lösung: Sie sei «zweckmässig».

Viele Unfälle auf dem Littauerberg

Borgula betonte darüber hinaus, dass die Zahl der Unfälle auf den betroffenen Strassen unverhältnismässig hoch sei: «Wohl kaum in einer anderen Strasse im Kanton Luzern gibt es mehr Unfälle mit Verletzten und gar Schwerverletzten.» Und das auf einer Güterstrasse, einem «Schleichweg». Der Stadtrat zählt in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt 34 polizeilich registrierte Unfälle, vier Schwerverletzte sowie 37 Leichtverletzte.

Der Stadtrat hält fest: «Würde die Nord-Süd-Verbindung für den Durchgangsverkehr offen gehalten, müsste die Strasse für ein Verkehrsaufkommen von 1000 bis 2000 Fahrzeugen sowie den Fuss- und den Reitverkehr erweitert und ausgebaut werden, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet werden könnte.» Die linke Ratsseite wies darauf hin, dass das Anliegen seine Ursprünge bereits in den 80er-Jahren habe – damals stammte es aus liberalen Kreisen.

Der Stadtrat erklärte sich dazu bereit, nach einem Jahr das Verkehrsaufkommen und die Unfallsituation zu prüfen und allfällige Anpassungen zu erwägen.