Pensionskasse
Stadt Luzern senkt Umwandlungssatz für die Renten ihrer Angestellten

Der Umwandlungssatz sinkt von 5,7 auf 5 Prozent. Trotzdem sollen die Renten nicht kleiner werden.

Robert Knobel
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Das Luzerner Stadthaus.

Das Luzerner Stadthaus.

Bild: Pius Amrein (31. Januar 2022)

Seit 1918 unterhält die Stadt Luzern eine eigene Pensionskasse (PK) für ihre Angestellten. Mittlerweile sind auch stadteigene Betriebe wie EWL, VBL und Viva über die PK Stadt Luzern versichert.

Wie andere Pensionskassen hat auch sie mit dem demografischen Wandel zu kämpfen – wobei das Verhältnis zwischen Zahlenden und Empfängern bei der PK Stadt Luzern besonders ungünstig ist: Den 2300 Rentnerinnen und Rentnern stehen nur 3700 Berufstätige gegenüber. Das entspricht einem Verhältnis von 1 zu 1,6. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird die Zahl der Rentnerinnen und Rentner wohl weiter stärker wachsen als die der Versicherten.

«Pensionierungsverlust» von 10 Millionen

Damit verschärft sich das Problem der «Pensionierungsverluste». Diese treten auf, wenn das angesparte Alterskapital nicht ausreicht, um die versprochene Rentenleistung bis zum Lebensende zu decken. Die PK Stadt Luzern verzeichnet momentan jedes Jahr fast 10 Millionen Franken solcher Pensionierungsverluste. Ausgleichen müssen dies letztlich die aktiven Versicherten.

Damit die PK nicht in Schieflage gerät, will die Stadt reagieren: Der Umwandlungssatz – also die Berechnungsgrundlage für die Renten – soll von 5,7 auf 5 Prozent gesenkt werden. Allerdings soll sich dies nicht zum Nachteil der künftigen Rentnerinnen und Rentner auswirken. Als Ausgleich soll der Koordinationsabzug verkleinert werden. Das hat zur Folge, dass ein grösserer Anteil des Lohnes versichert wird – was sich wiederum positiv auf die Renten auswirkt. Als weitere Massnahme sind Ausgleichsgutschriften vorgesehen.

Ziel: Rente von 60 Prozent des Lohnes

Das alles soll bewirken, dass die Rentnerinnen und Rentner die Senkung des Umwandlungssatzes kaum zu spüren bekommen – das Leistungsziel der PK Stadt Luzern liegt wie bisher bei rund 60 Prozent des letzten Lohnes.

Das Stadtparlament hat am Donnerstag der dafür nötigen Anpassung des PK-Reglements zugestimmt. Ein Antrag auf Rückweisung blieb erfolglos. Vor allem die SP wollte damit die Senkung des Umwandlungssatzes verhindern. Denn diese sei vermutlich gar nicht mehr nötig, wie Simon Roth sagte. Dank der neuerdings ansteigenden Zinsen könnten die PK-Gelder schon bald wieder deutlich rentabler angelegt werden – mit entsprechend positiven Folgen für die Renten.

FDP: «Die SP spielt mit den Renten»

Für die Bürgerlichen ist der Handlungsbedarf hingegen unbestritten. Marco Baumann (FDP) warf der SP vor, sie spiele mit den Renten der aktiv Versicherten. Auch für den Stadtrat gibt es keine Alternative zur Senkung des Umwandlungssatzes. Berechnungen hätten gezeigt, dass der Umwandlungssatz eigentlich noch stärker sinken müsste – auf 4,63 Prozent. Weil dies dann doch zu einschneidend wäre und auch, weil von der Zinsfront positive Signale kommen, habe man sich auf 5 Prozent geeinigt. Dieser Schritt sei aber unverzichtbar.

Die erwähnten Kompensationsmassnahmen sind zwar für die Versicherten positiv – für die Stadt bedeuten sie aber auch zusätzliche Kosten: Weil künftig höhere Lohnsummen versichert werden, steigen auch die Arbeitgeberbeiträge. Die Stadt rechnet hier mit Zusatzkosten von 1,1 Millionen Franken pro Jahr.