Recycling in Luzern Süd
Provisorischer Ökihof im Hinterschlund soll bestehenden Standort in Horw entlasten

Jetzt kommt Bewegung in die Ökihof-Standortfrage in Luzern Süd: Auf dem Areal Hinterschlund ist ein Provisorium geplant als Entlastung für Horw. Ein definitiver neuer Standort ist aber weiterhin nicht in Sicht.

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Entsorgen im Horwer Ökihof ist meistens alles andere als ein Vergnügen. Die Platzverhältnisse sind eng, Rückstaus auf den umliegenden Strassen sind oft die Folge. Hinzu kommt ein baufälliges Gebäude. Die Suche nach einem alternativen Standort im Raum Luzern Süd gestaltet sich allerdings seit Jahren schwierig – weder in Horw noch in Kriens noch im Süden der Stadt Luzern fand sich bislang eine geeignete Lösung.

Der Ökihof Horw.

Der Ökihof Horw.

Bild: Philipp Schmidli (18. Februar 2020)

Nun aber kommt Bewegung in die Sache – zumindest ein bisschen. Im Rahmen einer Übergangslösung soll in Kriens auf dem der Stadt Luzern gehörenden Areal Hinterschlund ein provisorischer Ökihof errichtet werden. Dieser soll einerseits zu Spitzenzeiten den bestehenden Ökihof in Horw entlasten und andererseits als Übergangslösung dienen, wenn am Standort Horw das baufällige Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden soll. Damit würde es dort künftig sicherer und komfortabler für die Kundschaft, wie Recycling Entsorgung Abwasser Luzern (Real) in einer Mitteilung vom späten Montagnachmittag schreibt.

Langfristig sei die Umsetzung des Ökihofs Luzern Süd an einem neuen Standort vorgesehen. Wo genau, das ist aber völlig offen. Will heissen: Eine definitive Lösung ist immer noch weit weg. Gerne hätte man erfahren, wie der ungefähre Zeitplan aussieht und was die nächsten Schritte sind, doch bei Real war von den zuständigen Personen am Montag niemand mehr erreichbar.

Dank Absichtserklärung soll es vorwärtsgehen

Dass gerade jetzt Schwung in die Angelegenheit kommt, liegt an einer Absichtserklärung, die von allen Mitgliedern der Begleitgruppe im vergangenen November unterzeichnet wurde. Dieser Gruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter der Städte Luzern und Kriens, der Gemeinde Horw sowie der Gemeindeverbände Real und Luzern Plus an. Demnach bekunden sie die Absicht, «der Bevölkerung im Raum Luzern Süd künftig eine attraktive Entsorgungslösung in Form einer oder mehrerer bedienter öffentlicher Sammelstellen (Ökihöfe) zur Verfügung zu stellen».

Wie Real weiter schreibt, erfordere die gemeinsame Planung eines neuen Ökihofs «Koordination, Kommunikation, aber auch Kompromissbereitschaft» – im Spannungsfeld von Service Public sowie politischen und ökologischen Interessen sei dies keine einfache Aufgabe. Dies widerspiegelt die bislang erfolglose Suche nach einem neuen Standort. Deshalb habe man 2020 die bestehende Begleitgruppe mit den neu gewählten Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden und Verbänden frisch gestartet.

Grosse Evaluation brachte keine Lösung

Die Liste der bereits erfolglos geprüften Standorte im Gebiet Luzern Süd ist lang. In der Vergangenheit hat Real im Rahmen einer Evaluation 23 alternative Areale unter die Lupe genommen und aus unterschiedlichsten Gründen keine Lösung gefunden. Zu reden gab vor allem das Grütwäldli neben dem Krienser Pilatusmarkt. Dieses schnitt in der Evaluation besonders gut ab. Weil die für einen Ökihof nötige Waldrodung nicht bewilligbar ist, wird trotz einer FDP-Initiative in Kriens auch aus diesem Standort nichts. (std/hor)