Starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen

Der starke Regen führte in den Kantonen, Zug, Schwyz und Luzern zu Überschwemmungen, gefluteten Kellern und Erdrutschen. Örtlich fiel innert 48 Stunden so viel Regen wie im ganzen Monat Oktober.

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Ein Bauer pumpt das Wasser bei seiner Christrosenplantage in Mosen ab. (Bild: Keystone)

Ein Bauer pumpt das Wasser bei seiner Christrosenplantage in Mosen ab. (Bild: Keystone)

Im Kanton Zug gingen am Dienstagabend zwischen 18.15 und 21.26 Uhr bei der Zuger Polizei über 30 Meldungen von überfluteten Gebäuden und Strassen ein. In Baar musste die Feuerwehr 18-mal ausrücken, in Neuheim achtmal. Die Sihlbruggstrasse und die Baarerstrasse in Neuheim waren vorübergehend gesperrt. Seit Mittwochmittag ist die Strasse zwischen Baar und Neuheim wegen Hochwasser gesperrt.

Erdrutsch verschüttet Kantonsstrasse

Im Kanton Schwyz ist am Mittwoch die Muota im Bisisthal an verschiedenen Orten über die Ufer getreten. Innert 48 Stunden fielen dort 113 Liter Regen pro Quadratmeter, soviel wie sonst im ganzen Monat Oktober zusammen. Ein Erdrutsch verschüttete am Mittwoch um 6 Uhr die Wägitalerstrasse in Siebnen. Verletzt wurde niemand. Die Aufräumarbeiten wurden umgehend aufgenommen. Am Mittag konnte die Strasse für den Verkehr wieder freigegeben werden.

Bis am Mittwochabend hat sich die Lage an den meisten Orten im Kanton wieder beruhigt.

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Bei der Kantonspolizei Schwyz gingen am Dienstagabend zwischen 18.30 Uhr und 20.15 Uhr knapp zwei Dutzend Meldungen wegen überfluteten Strassen und Wassereinbrüche in Häuser ein. Im Einsatz standen die Feuerwehren von Euthal, Gross, Trachslau, Einsiedeln, Bäch, Freienbach, Pfäffikon, Altendorf, Galgenen, Siebnen, Tuggen, Wollerau, Freienbach und Unteriberg.

Ein Feuerwehrmann versucht den Altwiesbach wieder ins Bachbeet zurück zu leiten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
36 Bilder
Der Altwiesbach im Seetal überflutet eine Strasse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Feuerwehr reinigt die Strasse zwischen Mosen und Altwis. (Bild: Keystone)
Auf den Wiesen bilden sich grosse Seen. (Bild: Keystone)
Nach massiven Regenfällen bildet sich ein See auf der Christrosenplantage eines Bauern im luzernischen Mosen. (Bild: Keystone)
Die Schäden sind beträchtlich. (Bild: Keystone)
Dieser Hundetrainingsplatz in Gisikon steht unter Wasser. (Bild: Roger Grütter)
Viel Wasser auf der Strasse zwischen Mosen und Altwis. (Bild: Keystone)
Der Xylophnweg zwischen Luzern und Emmenbrücke musste gesperrt werden. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Bei Siebnen im Wägital kamen grosse Maschinen zum Einsatz. (Bild: Manuela Matt)
Felder zwischen Schübelbach und Tuggen gesperrt. (Bild: Manuela Matt)
Brücke kurz vor dem Ortseingang von Tuggen. (Bild: Manuela Matt)
Der Tuggener Kanal tritt über die Ufer. (Bild: Manuela Matt)
In Neuheim hat Geröll den Ablauf verstopft. Ein Bagger hilft. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der starke Regen verursachte viele Schäden, so auch hier bei der Strasse zwischen Baar und Neuheim. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Überflutete Wiese bei der Höllgrotte in Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Hochwasser bei der Höllgrotte in Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Hanspeter Sidler vom Restaurant Kreuzmühle putzt nach dem Hochwasser den Vorplatz. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
Dieser Bach neben dem Restaurant Kreuzmühle in Neuheim trat über die Ufer. Die Spuren sind noch deutlich sichtbar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Hangrutsch bei der Höllgrotte in Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Hangrutsch bei der Höllgrotte in Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Feuerwehreinsatz zwischen Neuheim und Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Zeltplatz in Seewen ist zum Teil überflutet. (Bild: Charly Keiser / Neue SZ)
Grund ist der hohe Pegel des Lauerzersees. (Bild: Charly Keiser / Neue SZ)
In Brunnen schwimmen die Enten auf der Wiese. (Bild: Irene Infanger / Neue SZ)
Bei Brunnen rast die Muota in den Vierwaldstättersee. (Bild: Irene Infanger / Neue SZ)
Die Muota hinterhalb der hinteren Brücke in Muotathal. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
Muota trat im Bisisthal über die Ufer. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
Muota trat im Bisisthal über die Ufer. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
Muota trat im Bisisthal über die Ufer. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
Muota trat im Bisisthal über die Ufer. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
Muota trat im Bisisthal über die Ufer. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)
In Brunnen zertrümmerte der Sturm eine Glasfront. (Bild: Feuerwehr Brunnen)
Auch Bäume mussten gefällt werden. (Bild: Feuerwehr Brunnen)
Brunnen: Wasser in der Wohnung. (Bild: Feuerwehr Brunnen)

Ein Feuerwehrmann versucht den Altwiesbach wieder ins Bachbeet zurück zu leiten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Strasse zwischen Rothenthurm und Bennau blieb wegen eines über die Ufer getretenen Bachs bis 20.30 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Einsatzkräfte der Feuerwehren von Rothenthurm und Aegeri standen für den Verkehrsdienst der Umleitung im Einsatz. Personen seien keine verletzt worden, so die Kantonspolizei.

Auch im Kanton Luzernstehen verschiedene Feuerwehren im Einsatz. Wegen Hochwassers ist die Hauptstrasse zwischen Hitzkirch und Aesch gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet.

Zurzeit überflutet die Reuss Teile des Zweiradverbindungsweges „Xylophonweg“ Abschnitt Reussinsel bis Reusszopf. Er ist für Velofahrende und Fussgänger nicht passierbar. Deshalb hat die Stadt den Weg im Abschnitt Reussinsel bis Reusszopf kurzfristig abgesperrt.

Viel Regen

Seit Montag fielen in der Zentralschweiz beachtliche Regenmengen: Nach Angaben von Meteonews waren es in Einsiedeln 94 Liter Regen pro Quadratmeter, in Altendorf 76, in Engelberg 71, auf dem Napf 62 und in Schwyz 61 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch der Pegel des Vierwaldstättersees ist angestiegen. Das ist aber in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Viel Wasser fliesst auch die Reuss hinab. «Das Stirnwehr ist noch zu», sagt Mario Koksch, Teamleiter Naturgefahren bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern. «Steigt der Seepegel weiter an, öffnen wir es». Der Reusssprint wurde abgesagt. Die Kleine Emme stieg am Dienstag innert Stunden um zwei Meter an. Hochwassergefahr besteht aber nicht.

Für Mittwoch werden laut SF Meteo auf der Alpennordseite weitere Niederschläge erwartet. Am Abend und in der Nacht zum Donnerstag erwarten die Meteorologen eine Beruhigung.

kst/avd/rem