Start zur LZ-Weihnachtsaktion

«Was ist, wenn ihr Papi nie mehr zurückkommt?» – Vater zweier Kinder ist an heimtückischem Krebs erkrankt

Michael Bossert, Vater von zwei kleinen Kindern, ist an einem besonders heimtückischen Krebs erkrankt.

Arno Renggli
Drucken
Teilen
Die Familie gibt Kraft: Fabienne und Michael Bossert mit ihren beiden Kindern Luina (3) und Yannick (5).

Die Familie gibt Kraft: Fabienne und Michael Bossert mit ihren beiden Kindern Luina (3) und Yannick (5).

Bild: Boris Bürgisser
(9. November 2020)

Es gibt Tage, die man nie mehr vergisst. Bei der Familie Bossert im Luzerner Hinterland ist es der 11. Mai dieses Jahres. Michael und Fabienne erhalten im Spital Bescheid, dass Michael an akuter Leukämie, also an Blutkrebs, erkrankt ist. Die Situation ist so dramatisch, dass er den nächsten Tag wohl nicht überlebt, werden ihm nicht sofort Blutplättchen zugeführt. Und klar ist auch, dass nun ein monatelanger Kampf folgen würde. Auf Leben und Tod. Mit grossem Leiden verbunden. Mit quälender Ungewissheit. Alles wird sich nun verändern – für die ganze Familie.

Glück im Unglück ist, dass Fabienne Bossert, selber als Krankenpflegerin ausgebildet, die verräterischen bläulichen Flecken, die ihr Mann zunehmend aufwies, richtig interpretiert und auf die Arztkonsultation gedrängt hat. Vielleicht ist sie auch besonders sensibilisiert, weil sie selber Anfang Jahr mit einer doppelten Lungenentzündung in Lebensgefahr geraten ist. Jetzt gleich noch dieser Schicksalsschlag aus dem Nichts. Michael Bossert, Zwei-Meter-Mann mit der Postur eines Zehnkämpfers, der auch als Bauarbeiter auf seine körperliche Fitness angewiesen ist, will die Diagnose nicht wahrhaben. Unter Schock verlässt er das Praxiszimmer. «Für mich brach eine Welt zusammen», erzählt Fabienne rückblickend. «Mein erster Gedanke galt den Kindern. Was ist, wenn ihr Papi nie mehr aus dem Spital zurückkehrt»?

«Papis Blut muss geheilt werden»

Michael Bossert startet die erste Chemotherapie, zwei weitere werden noch folgen. Zu den Nebenwirkungen gehören etwa, eine Entzündung der Magenschleimhaut, die grosse Schmerzen verursacht und zudem eine künstliche Ernährung nötig macht. In den nächsten Wochen wird er rund 15 Kilo Körpergewicht verlieren. Einen Monat verbringt er im Spital. «Ich fühlte mich eingesperrt, verloren ohne meine Frau und die Kinder. Nur die Besuche von Fabienne waren Lichtblicke.» Wegen Corona dürfen die Kinder noch nicht mit.

Endlich zu Hause, geht der Leidensweg weiter. Es wird klar, dass es weitere Chemotherapien braucht. Michael ist körperlich sehr schwach, auch ist sein Immunsystem im Keller. Während der zweiten Therapie im Spital erleidet er eine Lungenentzündung und schwebt erneut zwischen Leben und Tod.

Zu allem, was die beiden durchmachen, kommt die Frage dazu, was sie den Kindern sagen sollen. Fabienne Bossert: «Es machte keinen Sinn, ihnen allzu detailliert die Situation zu schildern. Aber wir erklärten ihnen, dass Papi krank sei, dass er darum für längere Zeit im Spital sei, und dass sein Blut geheilt werden müsse. Darunter konnten sie sich etwas vorstellen. Als Michael dann die Haare zu verlieren begann, meinten die Kinder: «Das wird sicher lustig aussehen.» Und Michael ergänzt: «Die Kinder konnten es gut akzeptieren, wenn ich müde war. Lag ich auf dem Sofa mit geschlossenen Augen, kamen sie oft und streichelten mir über die Wangen. Und hatte ich die Augen offen, wollten sie eine Geschichte hören oder mit mir ein Buch anschauen.»

Ständiges Auf und Ab – und Zweifel nach der zweiten Chemo

Weil Fabienne ihren Mann im Spital so oft wie möglicht besucht, brauchen die Kinder Fremdbetreuung. Die Gemeinde hilft mit, trotzdem bringt die ganze Situation die Familie auch finanziell unter Druck. Die LZ-Weihnachtsaktion sorgt mit einem Überbrückungsbeitrag für Entlastung. «Ohne diese Unterstützung wäre es mir nicht möglich, meinen Mann regelmässig zu besuchen.»

Rückblickend sei das Schlimmste das ständige Auf und Ab gewesen – gerade während der Spitalaufenthalte. «Michaels Zustand konnte sich stündlich ändern. Man konnte es kaum einordnen und nicht voraussehen. Besonders schwierig war es auch, als er nach der zweiten Chemo zweifelte, ob er noch die Kraft für eine dritte habe. Ich bin sehr froh, dass er sie gemacht hat.»

Und tatsächlich: Es hat sich gelohnt. Die letzten Untersuche zeigen, dass der Krebs besiegt ist. Natürlich weiss niemand, ob er zurückkommt. «Aber wir lassen unser Leben nicht von der Angst bestimmen», sagt Fabienne Bossert. Und Michael? Noch immer hat er Schmerzen. Für ihn ist es noch ein weiter Weg, bis er sich ganz erholt hat und dann auch wieder auf den Bau kann. Aber auch er ist zuversichtlich: «Immer, wenn ich meine Familie anschaue, weiss ich, wofür ich kämpfe.»

Wir unterstützen Ihre Sammlung

Wir freuen uns über Vereine, Schulklassen, Musikgruppen, Pfarreien oder Einzelpersonen, die Sammelaktionen für uns durchführen. Dies im Bewusstsein, dass Corona die Möglichkeiten einschränkt. Gerne bieten wir Ihnen Gelegenheit, Aktivitäten in der Zeitung und online anzukündigen oder über diese zu berichten. Wir veröffentlichen auch Fotos Ihrer Aktion.

Falls eine Gemeinde oder eine Institution unsere Einzahlungsscheine auflegen möchte, liefern wir diese gerne.

Alle Infos und Fragen bitte an:

lzweihnachtsaktion@chmedia.ch
Per Telefon: 0414295404
Oder via Website: www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion