STEINEN: 12'000 Zuschauer am Umzug in Steinen

Nur alle fünf Jahre gibt es in Steinen einen Fasnachtsumzug. Am Sonntag war es wieder einmal so weit: Rund 12'000 Zuschauer sahen die 34 Nummern.

Drucken
Teilen
Hoffnung: Sawiris soll auch in Steinen bauen. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Hoffnung: Sawiris soll auch in Steinen bauen. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Das Obermühle-Silo in Steinen soll demnächst abgebrochen werden und Wohnbauten weichen (Wohnen an der Steineraa). Am Sonntag allerdings wurde im Steiner Fasnachtsumzug noch einmal eine Nachbildung dieses markanten Betonturms durchs Dorf gefahren.

Doch damit nicht genug: Oben am Turm wurde ein Minarett ausgefahren, zur Freude der mitfahrenden Scheichs vom Steiner «Mayday-Club». Sie deuteten das Projekt um zu «Wohnen an der Scheicheraa».

Siegfried und Roy
Ähnlich gigantisch war der Wagen des Steiner «Mändigsclub»: ein riesiges Casino samt Springbrunnen, einem singenden Elvis, Girls, Zockern und Siegfried und Roy als Attraktion. Die Nachbildung eines Casinos in Las Vegas war so gross, dass der Wagen von Helfern durch die engsten Passagen im Dorf durchgelotst werden musste.

Mächtig war auch der Wagen der Firma Holzbau Schmidlin. Die Zimmerleute hatten ein Flugzeug gebaut, das zwar ohne Flügel, dafür mit rauchenden Triebwerken und im Blindflug vorbeizog: Der Traktor- oder Hubstaplerfahrer im Innern des Flugzeugrumpfs sah nichts von der Strasse vor dem Gefährt und steuerte aufgrund von Handzeichen einiger Helfer. Und der Turn- und Sportverein führte den wohl grössten Konzertflügel durchs Dorf, den Steinen je sah.

Konfettiwanne
Immer wieder wurden einzelne der etwa 12 000 Umzugsbesucher unfreiwillig ins Geschehen einbezogen. Die Interessengemeinschaft «Bier und Wii» tauchte junge Frauen in eine Konfettiwanne, auf einem anderen Wagen gabs ein Schaumstoffbad. Und von den Wagen herunter wurde einerseits allerhand Tranksame gereicht, anderseits wurde gelegentlich auch eine Konfettikanone auf das Publikum gerichtet.

«Steinezia»
Den grossen Teil der insgesamt 34 Umzugsnummern bildeteten Wagen von Dorfvereinen. Da waren einerseits Gruppierungen, die nur an der Fasnacht in Erscheinung treten wie die «Faskifa», die Sawiris Residenz in Steinen zeigte. Da waren aber auch die traditionellen Dorfvereine: Aus den Leuten vom Skiclub wurden an diesem Sonntag venezianische Gondolieri und Steinen zu «Steinezia».

Der Turn- und Sportverein zog als Tourneespektakel der früheren Popgruppe Abba durchs Dorf und sorgte für viel Stimmung. Und die Musikgesellschaft Steinen präsentierte sich als Fitnessbetrieb samt Badenden im warmen Whirlpool. Ebenfalls mit der Freizeit befasste sich der Kulturverein, der ein Schiff samt Strand durchs Dorf führte nach dem Motto «Sonne, Strand und Mehr». Der Theaterverein präsentierte sich als Showtruppe mit Stars wie «Johnny Cash» oder «Elvis» und fragte: «Are you langsam tuneit?».

Bert Schnüriger