STEINEN: Ein Jubiläum zum Auftakt der Steiner Chilbi

Die Steiner Chilbi 2008 hat schon am Donnerstag begonnen. Dafür sorgte ein 75 Jahre alt gewordenes Musikstück.

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Jost Ribary III. und René Wicky beim Jubiläumskonzert in Steinen. (Bild Michael Stalder/Neue SZ)

Jost Ribary III. und René Wicky beim Jubiläumskonzert in Steinen. (Bild Michael Stalder/Neue SZ)

Der Schottisch «Steiner Chilbi» ist die bekannteste und erfolgreichste Volksmusikkomposition der Schweiz. Das Stück wurde an der Steiner Chilbi 1933 zum ersten Mal aufgeführt. Damit ist es jetzt runde 75 Jahre alt geworden. Zum Jubiläum lud die Kapelle Jost Ribary/René Wicky am vergangenen Donnerstag ins Restaurant Kündig in Steinen.

In Steinen uraufgeführt
Es war der legendäre Jost Ribary senior, der am 2. Oktober 1933 mit seiner Kapelle in Steinen aufspielte. Ribarys neues Stück kam im damaligen Restaurant Bierhalle (heute Restaurant Kündig) besonders gut an. Daher stammt auch der Name des Stücks.

Für Ribary, der sich seine musikalischen Kenntnisse autodidaktisch erarbeitet hatte, war es später eine grosse Freude, dass sein Lebenswerk von seinem Sohn Jost II. fortgesetzt wurde. Dieser gründete zusammen mit René Wicky 1983 die Kapelle Jost Ribary - René Wicky, tritt aber heute nicht mehr auf. Und in die Fussstapfen seines Vaters und Grossvaters trat der jetzt mit René Wicky aufspielende 47 Jahre alte Jost Ribary III., der Enkel des damaligen Komponisten der Steiner Chilbi. Damit musiziert der Akkordeonist René Wicky nun bereits mit der dritten Generation Ribary.
An der Jubiläumsfeier vom Donnerstag mit dabei war auch Bethli Ribary, Tochter des 1971 verstorbenen Komponisten. Sie ist am 2. Oktober 1933 auf die Welt gekommen, ist also gleich alt wie das legendäre Ländlermusikstück und konnte deshalb am Donnerstag ebenfalls Geburtstag feiern.

Heitere Stimmung
Die vierköpfige Kapelle mit Jost Ribary III. an Klarinette und Saxofon, René Wicky am Akkordeon, Alois Schmidig am Klavier und Theo Schmidig am Kontrabass, wusste zu gefallen. Nebst der obligatorischen «Steiner Chilbi» genossen die Gäste im voll besetzten Restaurant Kündig Ribary-Stücke wie «Musikantenleben», «Zwei Sternli» oder «Die urchigen Steiner» sichtlich. Durch den Abend führte Aschi Lehmann, der die berühmten und auch die weniger bekannten Stücke ankündigte und immer wieder einen Witz oder ein Gedicht auf Lager hatte.

Dies passte auch zum Konzept eines neuen Tonträgers, der an diesem Abend vorgestellt wurde. Sie enthält laut Jost Ribary III. «bekannte, aber auch gänzlich unbekannte, ältere Stücke, die man noch gar nie gehört hat».

Michael Stalder, Neue Schwyzer Zeitung