STEINEN: Ende mit dem Vorschlaghammer

Sonntags jubelten ihnen Tausende zu. Am Montag hatten die Wagenbauer eine traurige Aufgabe. Ihre Werke kamen unter den Hammer.

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Letzter Akt des Steiner Fasnachtsumzugs: Die Wagen – hier derjenige der Talibasch-Air – werden mit Hammer und Brecheisen demontiert. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Letzter Akt des Steiner Fasnachtsumzugs: Die Wagen – hier derjenige der Talibasch-Air – werden mit Hammer und Brecheisen demontiert. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Der Steiner Fasnachtsumzug ist am Sonntag als grossartiges Fasnachtsspektakel in Steinen zu Ende gegangen. Am Güdelmontagmorgen ist die fasnächtliche Realität zurückgekehrt. Auf den Strassen wird sauber gemacht und die riesige Konfettisauce vom Asphalt aufgewischt. Auf dem Zeughausareal sind Lastwagen mit grossen Mulden aufgefahren. Ihr Zweck: Darin werden die Umzugswagen entsorgt.

Letzte Fahrt in den Hangar
Die Talibasch-Air rollte gestern ihren Flieger das letzte Mal in den Hangar zurück. In der grossen Werkhalle soll der Jet in seine Einzelteile zerlegt werden. Vorschlaghammer, Bohrmaschinen und Stemmeisen sind gerüstet. Der fast 20 Meter lange Flieger hat nach dem Umzug ausgedient und muss entsorgt werden. Die letzte an Bord verbliebene Stewardess kriecht vor diesem Akt aus dem Flieger. Dann gehts los, mit Hammer und Stemmeisen wird die Maschine zerlegt. «Wenn ich daran denke, wie viele Stunden wir in den Bau des Flugzeuges investiert haben, tut es schon etwas weh, alles wieder kaputtzumachen», sagt Robert Schmidlin, der als Schaich mit der Air unterwegs war. «Aber das gehört dazu. Der Umzug und seine Wagen sind vergänglich, was uns aber bleibt, sind schöne Erinnerungen.»

Siloträume zu Ende
Ein abruptes Ende hat gestern auch das Wohnparadies an der Scheicheraa genommen. Die Obermühle-Nachbildung wurde wie bald sein echtes Vorbild, zertrümmert. Dazu Wagenbauer Hans Schibig: «Das muss alles schnell gehen, damit wir noch eine Mütze voll Schlaf kriegen, und dann gehts wieder an die Fasnacht.» Zu Ende ging auch die Ära des Steiner Casinos «Las Steinas» oder weiterer Umzugswagen. Sie alle kamen unter den Hammer und landeten zur Entsorgung in den Mulden. 

Erhard Gick