STEINEN: Südländisches Flair für «Talibasch-City»

Das macht Steinens Fasnachtsumzug so einzigartig. Für das Grossspektakel wird der Dorfplatz in den Süden verlegt.

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Der Dorfplatz von Steinen wird mit Arkaden verziert. (Bild pd)

Der Dorfplatz von Steinen wird mit Arkaden verziert. (Bild pd)

Es wird nicht nur der Steiner Fasnachtsumzug vom 22. Februar sein, der ein Spektakel der Sonderklasse im 3000-Seelen-Dorf Steinen bieten wird. Für das nur alle fünf Jahre stattfindende Fasnachts-Highlight wird der ganze Dorfplatz zu einer Fasnachtsstadt umgebaut. Steinen wird man nach diesen baulichen Interventionen kaum mehr erkennen.

Nur mit Baufachleuten möglich
«Talibasch-City» ist derzeit am Entstehen, die Arbeiten, den Dorfplatz in eine südländische Piazza zu verwandeln, haben freitags und samstags begonnen. Steinen wird auf das fasnächtliche Spektakel vorbereitet. Vor den Häusern und vor allem auch vor dem Kirchenbogen entstehen nun grosse Arkaden. Man kann sich bei Beendigung der baulichen Massnahmen tatsächlich wie in einer südländisch-italienischen Stadt fühlen. Die Idee zu den Arkaden hat der einheimische Kunstschaffende Josef Odermatt entwickelt.
Von ihm stammt überdies auch die fast sechs Meter hohe Statue des Talibasch (Steinens fasnächtliche Traditionsfigur) mitten auf dem Dorfplatz. Die Skizzen Odermatts wurden schliesslich fachmännisch von Bauleiter Patrik Gick in Pläne umgezeichnet. Jetzt ist er mit einem Team damit beschäftigt, die Pläne auf dem Dorfplatz umzusetzen. «Der Bau selbst muss sicherheitstechnischen Vorschriften entsprechen und korrekt umgesetzt werden. Die Bauten haben ein solches Ausmass, das können wirklich nur Baufachleute eingesetzt werden», sagt Patrik Gick bei einem Augenschein auf der Dorfplatz-Baustelle.

Fronarbeit
Insgesamt 13 bis 14 Mitarbeiter der ortsansässigen Baufirma Brusa AG arbeiten für die Fasnacht im Frondienst. «Ausser einem Znüni und Zmittag kriegt keiner einen Lohn, unser Budget lässt nichts Weiteres zu», so der Bauleiter.
Letzten Freitag und Samstag wurden so bereits über 140 Arbeitsstunden investiert, mehr als 200 kommen noch dazu, bis die baulichen Arbeiten auf dem Dorfplatz beendet sind. Dazu Narrenvater Alois Arnold, OK-Präsident des Umzugs: «Hier wird Gewaltiges aus dem Boden gestampft. Diese Männer leisten wirklich hervorragende Arbeit. Ich freue mich auf Steinens Fasnachtsstadt.» Die Arkaden und Bögen sind vorgefertigte Elemente, die jetzt auf dem Dorfplatz zusammengeschraubt werden. Für die Vorbereitungsarbeiten in den Werkhallen der Brusa AG wurden mehrere tausend Arbeitsstunden investiert. Um einen kleinen Überblick über das verbaute Material zu erhalten, nennt Bauleiter Patrik Gick einige Zahlen.

Viel Material verbaut
So werden auf dem Dorfplatz über 300 Quadratmeter Schaltafeln zu Bodenflächen verarbeitet, die liegen auf über 300 Meter langen Spezialträgern. Um die unebenen Flächen des Dorfplatzes ausgleichen zu können, werden ausserdem insgesamt 400 Laufmeter Kantholz verarbeitet und über 600 Holzkeile verwendet.
Zum Einkleiden der Arkaden verarbeiten die Bauleute 135 Quadratmeter Schalbretter. Damit das ganze Stabilität erhält, werden allein für die Endfertigung der Bauten 1500 Holzschrauben verwendet.
Die Bauten auf dem Dorfplatz dauern noch mindestens bis nächsten Samstag an.

pd